Regionaltreffen Frankfurt

Gründung: 2002

RT-Leiter: Kurt H. Faur

  069/505702
Regelmäßiges Treffen:  
Jeden ersten Freitag im Monat ab 19 Uhr
Lokalität:  
Restaurant Sandelmühle
An der Sandelmühle 35
60439 Frankfurt am Main
Tel.: 069/575742
http://www.sandelmuehle.eu


15 Jahre Fahren • Feiern • Pflegen

Liebe Freundinnen und Freunde des gepflegten Genusses,

der RT Frankfurt besteht seit dem 20.2.02 und ist somit kaum jünger als unser Club, der ja bekanntlich Ende 2001 das Licht der Welt erblickte.

Er ist Zentrum und Heimat aller R129 Liebhaberinnen und Liebhaber der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Gemeinsam mit den Nachbar-RTs Darmstadt, Marburg und Aschaffenburg bieten wir allen Clubmitgliedern und Interessierten dieser großen Region kurze Wege zum Club vor Ort und eine herzliche, freundschaftliche Aufnahme. Und das alles nach dem Grundsatz:

Der RT ist das Beste vom Club!

Die Leitung des RT Frankfurt steht euch gern als Ansprechpartner zur Verfügung:

Kurt H. Faur (Ltr.)
Festnetz: 069-505702
E-Mail: kurt.faur@r129-club.de

Pia Schlede (Stv.)
Festnetz: 06172-34966
E-Mail: pia.schlede@t-online.de

Gerhard Daum (Techn.)
Festnetz: 06142-82870
E-Mail: gerhard.daum@t-online.de





Kommende Clubabend-Termine:

  • 7. Dezember 2018 - entfällt

  • 4. Januar 2019 - entfällt

  • 11. oder 12. Januar 2019 - Neujahrsempfang - nur geladene Gäste

  • 1. Februar 2019 - Ort siehe oben bzw. erfragen - Anmeldung erwünscht



Mehr Sonne geht nicht:

SKAT 2018 Rothenburg o.d.T.

Organisation: Pia Schlede & Klaus Wienhold • Datum: 4. bis 7. Oktober 2018

Obwohl wir uns alle an den Super-Sommer mittlerweile so gewöhnt haben, dass uns ein paar Sonnentage mehr oder weniger nicht mehr vom Hocker reißen, muss der Chronist es hier doch erwähnen und sehr loben. Eine Saison-Abschlusstour bei so tollem Wetter wird schwer zu toppen sein. Es war immerhin Oktober und so artgerecht im wahrsten Sinne des Wortes waren wohl kaum Roadster und Besatzungen bei einer RT-Ausfahrt je unterwegs. Da hatten Pia und Klaus bei der Terminwahl einen Volltreffer gelandet. Aber auch sonst war es eine kleine und sehr feine Ausfahrt.

Der Termin war schon lange, ja man kann sagen sehr lange, bekannt. Da es aber - ausser dem Zielort Rothenburg o.d.T. - keine weiterführenden Informationen gab, konnte man als Interessent lange Zeit nichts tun, ausser sich den Termin vorzumerken. Dann ging’s aber Hals über Kopf und es musste sich sehr schnell zur Teilnahme entschieden werden. Das taten dann auch neun RTler mit ihren Roadstern.

Für alle Teilnehmer gut und unkompliziert war der Treffpunkt am Rasthof Weiskirchen an der A3 zu erreichen. Gute Bekannte und zwei neue Gesichter erwarteten sich gegenseitig. Michaela und Klaus waren zum Club gestoßen und hatten sich entschieden, dem RT Frankfurt bzw. seinem Ausfahrtangebot zu folgen. Kurze Vorstellung und herzliche Begrüßung allerseits und schon gehörten sie zu uns… :-)

Die Reihenfolge im Konvoi war schnell geregelt und so ging’s zunächst auf die A3 Richtung Süden. Die Dächer waren schon offen und die paar km Autobahnfahrt wurden auch von den Mädels zugestanden. Die geplante Ausfahrt auf die B469 nach Miltenberg war bald erreicht und ab da ging’s dann gemächlicher weiter. Als wir Miltenberg erreichten, wurde auch sichtbar, welchen Charakter diese Ausfahrt hatte: Schöne Orte mit idyllischen Altstädten und vielen Sehenswürdigkeiten. Im Roadbook standen die Landschaften von Spessart, Odenwald, Taubergrund, Hohenloher Ebene, Frankenebene und Aischgrund mit ihren alten und historischen Städtchen wie Weikersheim, Creglingen, Schillingsfürst, Langenburg, Dinkelsbühl, Bad Windsheim, Michelstadt und Rothenburg. Und die Verbindungsstraßen überboten sich mit touristischen Bezeichnungen. Eine schöner als die nächste.

Aber zurück: Miltenberg. Pia dirigierte uns zu einem am Ufer des Mains gelegenen kostenpflichtigen Parkplatz. Was das denn solle, fragten sich vermutlich einige Teilnehmer, zumal der anfänglich auch gerammelt voll erschien. Aber weiter hinten war noch gut Platz und so parkten wir direkt am Main ein.

Insider ahnten vielleicht was, die Neuen machten erstaunte und überraschte Gesichter: Vesperpause! Zwar ohne unser RT-Vesperbrett, aber der ersatzweise mitgeführte Campingtisch wurde ebenso schnell mit Pias deftigen Leckereien und dem obligatorischen Gläschen Sekt bestückt. Und dann wurde dieser schöne und mittlerweile beliebte Bestandteil unserer Ausfahrten ausführlich genossen. Auch die Neuen machten ohne Scheu mit, als wäre es für sie Routine. Passt!

Als dann genug palavert, gegessen und getrunken war, die von der Autobahnfahrt noch angezogenen Jacken längst ausgezogen waren und es in der Sonne schon fast zu heiss wurde, kam der Aufruf zum Aufbruch. Aber stopp — erst noch die Parkgebühr zahlen. Am Automaten dann aber die angenehme Überraschung: Unser Aufenthalt war noch nicht gebührenpflichtig.

Nächstes Ziel für eine Kaffeepause war dann Weikersheim. Die schöne Altstadt mit den historischen Gebäuden am großzügigen Marktplatz, dem Tauberländer Dorfmuseum, der Stadtkirche St. Georg und dem barocken Rathaus empfing uns bei bestem Wetter (das Wetter lasse ich künftig weg — es war immer so) und liess uns schon erste Eindrücke davon gewinnen, was alle Städtchen und Sehenswürdigkeiten uns bieten sollten: Idylle vom Feinsten. Das Café direkt am Markplatz hatte Tische im Freien frei und das wurde auch genutzt.

Dann weiter wieder über schöne Strecken zum letzten Tagesziel und auch ins Hotel: Rothenburg ob der Tauber. Pia und Klaus hatten es doch tatsächlich geschafft, für uns im mitten in der Altstadt gelegenen „Hotel Altes Brauhaus“ kurzfristig noch Zimmer zu bekommen. Die zentrale Lage war dann auch wirklich von Vorteil für Ausflüge in der Altstadt und die abendlichen Restaurantbesuche, aber für den Service des Hotels können wir leider nicht mehr als ein „ganz OK“ vergeben. Rothenburg ist bekanntlich eine weltberühmte und begehrte Sehenswürdigkeit. So leben die Hotels vermutlich fast ausnahmslos von Tagesgästen, die einmal übernachten und dann nie wieder kommen. Da muss man sich keine besondere Mühe mit den Gästen geben. So war dann auch unser Hotel von mehrheitlich asiatischen nur-Übernachtungsästen bevölkert. Für uns gab es dann mehrfach Anlass zur Klage und Pia sah sich leider gezwungen, einige Reklamationen an das Hotel zu richten. Das war aber auch schon das einzige, was ein wenig störte. Geschlafen haben wir alle dort sehr gut ;-)

Aber tauchen wir ein in die eigentlichen Höhepunkte der Tour. „Rothenburg ob der Tauber ist Romantik pur. Kaum eine andere Stadt verkörpert so eindrucksvoll und lebendig Geschichte. Hier sprechen gleichsam die Steine. Sie erzählen von Königen und Kaisern, von Patriziern und vom Stolz der freien Stadtbürger, von den Geheimnissen und dem Zauber des Mittelalters. Weltoffenheit, Idylle und eine 1000-jährige Geschichte verbinden sich zu einem einzigartigen Flair, so dass Rothenburg weit über Deutschland hinaus als eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges gilt.“ So beschreibt Rothenburg sich selbst und das ist auch so. Bei unseren abendlichen Streifzügen durch die pittoreske Altstadt konnte man sich kaum satt sehen. An jeder Ecke taten sich neue und bezaubernde Eindrücke auf. Und das bei Sonnenuntergang mit ganz tollen Farben.

Zum Essen. Das Hotel war - trotz wunderschöner und geeigneter Räumlichkeiten - ein Hotel garni und so machten wir aus der Not eine Tugend und suchten jeden Abend ein anderes typisches Restaurant auf. Pia und Klaus hatten das auch mit einer schönen Dramaturgie verbunden. Wir starteten bei deftiger fränkischer Küche und steigerten uns bis zu deren eleganten Variante in eigens für uns reservierter Räumlichkeit. Ebenso konnte, wer wollte, auch seine Speisenwahl gestalten. Vom rustikalen Pfannkuchen mit Sauerkraut und fränkischer Bratwurst über Sauerbraten bis hin zu einem Zwiebelrostbraten zum Niederknien. Die fränkische Küche hat schon was…

Und dann war dann noch das fränkische Schäufele, ein Schweinebraten aus der Schulter, der dort komplett mit Knochen und Schwarte zubereitet wird. Also ganz anders, als wir in Sachsenhausen beim Appelwein „unser“ Schäufele kennen. Nun, das fränkische Schäufele hatte es ganz besonders unser Neuerwerbung Klaus angetan. Während der gesamten Tour war er mit allem auf der Speisekarte eigentlich einverstanden und recht pflegeleicht zufriedenzustellen. Er hatte zum Abendessen nur eine einfache Prämisse: Es musste Schäufele sein. So genoss er dann Abend für Abend sein Schäufele, anfangs noch unauffällig, später mit deutlicher Ansage bei der Bestellung: „Das nehme ich aber nur, wenn die Kruste exzellent ist — der Rest interessiert mich eigentlich nicht, den können Sie auch weglassen…“ Ums kurz zu machen: Klaus war stets sehr zufrieden. Der Vollständigkeit halber: Natürlich wurde köstliches fränkisches Bier probiert und - dem beginnenden Herbst geschuldet - Zwiebelkuchen, Federweißer und frische Pilzgerichte. Und auch beim Wein haben die Franken einiges zu bieten, nicht nur Silvaner. Obwohl der hier besonders lecker ist. Wir notieren als weiteren Bewertungspunkt: Essen und Trinken sehr gut.

Was gab es noch zu sehen und erleben? Die Fahrt mit dem offenen Roadster durch die Altstädte, besonders Rothenburg, wo wir dies mehrfach bei der An- und Abfahrt vom und zum Hotel taten, war immer ein besonderes Erlebnis. Erstaunlich, dass man Autos da noch nicht verbannt hat. Dann die wunderschönen Ferienstraßen, die wir fast ständig befuhren. Nach meiner Erinnerung waren das die deutsche Limesstraße, die Burgenstraße (oder war’s die Bier- und Burgenstraße?), die Romantische Straße und vermutlich noch einige mehr.

Hervorzuheben ist auch das Schloss Schillingsfürst mit seinem Fürstlichen Schloss und dem Fürstlichen Jagdfalkenhof. Die Führung durch das Schloss war sehr beeindruckend, denn ganz im Gegensatz zu sonstigen Schlossführungen, bei denen nur noch rudimentär erhaltene Räumlichkeiten und wenig Mobiliar gezeigt werden, ist hier alles sehr gut und erstaunlich vollzählig und authentisch erhalten. Der erfragte Grund hierfür: Obwohl das Schloss im Laufe seiner langen Geschichte auch mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde, wurde es in den Jahren ab etwa 1750 offenbar verschont und ist - wohl auch da bis heute im Besitz der Familie der Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst - somit außergewöhnlich vollständig erhalten. Besonders das Mobiliar konnte erhalten werden, obwohl es zum Endes des letzten Weltkriegs bereits beschlagnahmt und zum Abtransport bereit verpackt war. Aber die Zeit reichte nicht mehr. Die Amerikaner beendeten den Diebstahl und so blieb alles vollständig und ohne Beschädigung erhalten. Das ist wirklich erstaunlich. Ein paar Schritte weiter nahmen wir an einer Vorführung des Fürstlichen Jagdfalkenhofs teil. Eine fachlich ausgesprochen bewanderte Mitarbeiterin präsentierte und moderierte auffallend professionell die verschiedenen Jagdvögel, die dort gehegt werden. Von den kleinen Falken, Eulen, über Adler bis hin zu majestätischen Geiern wurden die stolzen Vögel präsentiert und drehten ihre Runden. Und das teilweise nur wenige Zentimeter über unseren Köpfen. Auch einige Frettchen wieselten der Moderatorin possierlich um die Beine, schliesslich sind es auch Jagdgehilfen. Dazu gab es viele Interessante Details zu den Tieren und zur uralten Jagd mit Greifvögeln. Auf dem Weg zum nächsten Tagesziel konnten wir dann am beim Schloss gelegenen Bistro nicht vorbeigehen, sondern kehrten auf der Sonnenterrasse ein und bestellten besagten Zwiebelkuchen nebst frischem und leckeren Federweißen. Dabei saßen wir so schön in der Sonne, genossen den weiten Blick über das Tal und vertrödelten wertvolle Zeit, was sich später rächen sollte…

Für uns als Autoliebhaber hatten Pia und Klaus auch gesorgt. Das Deutsche Automuseum in Schloss Langenburg stand auf dem Plan. Das Schloss interessierte uns diesmal nicht, es zog uns in dessen ehemaligen fürstlichen Marstall. „Wo (Zitat) könnten heutige Pferdestärken besser hinpassen als in einen Marstall? Das dachten sich vermutlich Fürst Kraft zu Hohenlohe-Langenburg und der Motorsportjournalist und Rennfahrer Richard von Frankenberg, als sie bei einer guten Flasche Wein den Grundstein für das „Deutsche Automuseum Schloss Langenburg“ legten. Aus der Idee wurde schnell Realität, im März 1970 konnten sie das damals erste Automuseum dieser Art in Deutschland eröffnen.“ Nun, mittlerweile gibt es solche Museen fast wie Sand am Meer und so haben wir dessen Besuch auch ganz entspannt angegangen. Wir fanden jedoch ein kleines und feines Museum vor, dessen Exponate zwar fast alle bekannt und somit keine Überraschung waren. Trotzdem war es in der Summe sehr interessant, auch weil die Exponate nicht weiträumig abgesperrt waren, sondern ganz nah und im Detail betrachtet werden konnten. So verstrich doch eine geraume Zeit, bis wir wieder „ans Licht der wunderschönen Sonne“ kamen und zu unseren beim Schloss geparkten Roadstern schlenderten. Da noch Zeit war, wurde kurzerhand ein Café mit einer Sonnenterrasse mit wunderbarem Fernblick geentert und Durst und Hunger gestillt.

Weiter auf der Besichtigungs-Agenda stand noch das Fränkische Freiland-Museum in Bad Windsheim. Am Eingang wartete auf uns ein großer Imbiss-Stand mit leckeren einheimischen Angeboten. Eine fränkische Bratwurst vom Grill und ein Bier konnte man sich schon gönnen. Dann gab es noch einen Markt mit allerlei Angeboten, die an einem solch naturbelassenen Ort üblich sind. Der Rest… na ja, wir sind halt offenbar von unserem Hessenpark doch sehr verwöhnt.

Zwei Stadtbesichtigungen waren auch noch geplant. In Rothenburg wollten wir dem Nachtwächter zu nächtlicher Stunde durch die alten Gassen und über die Plätze folgen und in Dinkelsbühl war eine Stadtrundfahrt mit der Pferdekutsche vorgesehen. Nun, beides ist in die sprichwörtliche Hose gegangen. Das haben wir aber als Teilnehmer mehr oder weniger selbst zu verantworten. Der leckere Zwiebelkuchen auf Schloss Schillingsfürst kostete uns die Zeit, die uns zu spät die Haltestelle der Pferdekutsche in Dinkelsbühl erreichen lies. Vom Fahrplan der Kutsche her zwar nicht, aber an diesem sehr schönen Tag waren die Rösser offenbar pausenlos unterwegs gewesen und so nicht mehr in der Lage, die letzte Tour anzutreten. Und die hätten wir eigentlich nehmen wollen. Also, selbst schuld, wenn auch nicht voraussehbar.

Beim Nachtwächter von Rothenburg waren wir zwar rechtzeitig am dortigen Marktplatz angekommen und der Nachtwächter war auch da und er hat die Führung vermutlich auch durchgeführt. Aber… Den Nachwächter kann man nicht gezielt buchen, sondern man kann nur mitlaufen. Das wollten wohl auch einige andere Interessierte. Jedenfalls hatte sich eine Menschentraube von gefühlt einigen Hundert Personen vor der Rathaustreppe versammelt, als der Nachtwächter begrüßende Worte sprach. Nach kurzer Beratung verzichteten wir einvernehmlich auf diese Führung und suchten noch die sehr schöne und uralte Weinstube „Zur Höll“ auf, wo wir den Tag genüsslich und gesellig ausklingen liessen.

Am Rückfahrt-Sonntag noch ein Stopp im schönen Michelstadt. Direkt vor dem bekannten Rathaus fanden wir Plätze im Freien und da gab’ s noch Kaffee, Kuchen, Eis… Dann herzliche Verabschiedung und individuell spazierten wir noch durch die Fußgängerzone mit einem schönen Markt in der gesamten Innenstadt aus Anlass eines verkaufsoffenen Sonntags. Schöner Abschluss. Wir notieren ebenfalls ein „Sehr gut“ für das Besichtigungsprogramm.

Kommen wir nun zum Gesamtergebnis: Wetter: Super, Hotel: Ganz OK, Essen und Trinken: Sehr gut, Streckenführung und Besichtigungen: Sehr gut. Also: Danke dafür ihr beiden, das habt ihr wieder prima gemacht! KFa

© RT Frankfurt 2018



Durch das Land der Kelten und Normannen:

Tour de France SL 2018​

Organisatoren: Walter Grimmel & Kurt Faur • Datum: 1. bis 10. September 2018

Eigentlich wäre es mehr als angemessen, von dieser schönen und intensiven Cabrio-Reise (Ausfahrt oder Tour passt in diesem Fall so gar nicht) einen detaillierten und vollmundigen, ja begeisterten Bericht zu schreiben. Alle Teilnehmer, die in und mit ihren neun Cabriolets dabei waren, sehen es sicher ähnlich oder genau so.

Nun, unterm Strich soll das auch so sein. Nur nicht an dieser Stelle und nicht am Stück. Zehn Tage zu beschreiben, die vollgepackt mit vielfältigen Eindrücken waren, erfordert einen Umfang, der die übliche Berichterstattung über Aktivitäten des RT gewaltig sprengen würde. Aber mit einem kleinen Trick und etwas Geschick beim Leser gelingt das dennoch. Wir greifen einfach auf die während der Planung der Tour entstandenen Unterlagen zurück. Es gibt die sehr umfangreiche Tourbeschreibung, die u.a. alle Orte und Sehenswürdigkeiten ausführlich beschreibt und das detaillierte Roadbook, aus dem sich der Ablauf jedes Reisetages chronologisch nachvollziehen lässt.

Da unsere Reise - bis auf situativ zu erwartende Anpassungen vor Ort - genau so stattfand, wie zuvor beschrieben, ist damit schon der größte Teil aller Informationen geschildert. So kann sich der Autor an dieser Stelle auf eine spontane und launige ist-Beschreibung beschränken, seine Begeisterung zum Ausdruck bringen und auch die eine oder andere Anekdote zum Besten geben. Es folgt also meine ganz persönliche Reisebeschreibung.

Wo fange ich nun an? Sachlich und thematisch oder chronologisch sortiert wäre üblich und eine Möglichkeit. Da ich aber gemeinsam mit Walter einer der Väter der Tour bin und so sehr subjektiv und natürlich mit mords Vaterstolz auf unser gemeinsames „Baby“ schaue, schreibe ich einfach, was und wie’s mir einfällt. Das erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Neutralität. Jeder „nur“ Teilnehmer hat da bestimmt einen objektiveren Blick und beurteilt die Geschichte differenzierter. Ich hier halt nicht ;-)

Bereits im Vorfeld unserer Reise war spürbar, dass wir da etwas vorhatten, was nicht so ganz unseren üblichen Ausfahrten entsprach. Klar, Reisedauer und Strecke waren länger, aber offenbar übte unser Ziel Frankreich auch einen besonderen Reiz auf die Teilnehmer aus. So wurde aussergewöhnlich oft über Vorfreude bei Gesprächen mit Teilnehmern geredet und Walter und ich hatten zwar unüblich, aber bewußt, zu einem Vorbereitungstreffen einige Tage vor Tourstart geladen. Wir wollten in Ruhe die Tour durchgehen, Detailfragen klären, einige Aufgaben verteilen und es letztlich allen Teilnehmern ermöglichen, zu sehen, wer teilnimmt. Sich gegenseitig im Kontext der bevorstehenden 10 gemeinsamen Tage zu sehen und zu beschnuppern, das war schon wertvoll. Man kannte zwar alle Teilnehmer von der Teilnehmerliste — jetzt bekam man aber auch noch einmal alle Gesichter dazu. Ausser allen besprochenen Punkten war es uns als Ausrichter noch wichtig, dass sich alle bewusst und aktiv zu der geplanten Tour und ihrem Ablauf und den individuellen Optionen bekennen. Wir wollten auf jeden Fall Reklamationen wie „… wenn ich das vorher gewusst hätte…“ vermeiden. Das hat sich auch sehr gut bewährt und alle wussten während der Reise, was wie läuft. Noch kurz zu den Aufgaben: Da die gesamte Route zwar exakt vorgeplant war, aber in der Praxis nach Navi gefahren werden musste, sollten Bernhard & Elisabeth als zweites Fahrzeug ein Auge auf mich als Führungsfahrzeug haben und auch ggf. vor Ort Parkplätze… auskundschaften. Das erschien uns sinnvoller, als mit allen 9 Fahrzeugen herumzusuchen, ggf. mit dem ganzen Konvoi wenden zu müssen oder in die Irre zu fahren. In die Irre ging’s dann doch öfter, aber dazu später mehr... Für Frank & Gerdi - als Weltreisende geradezu prädestiniert - hatten wir die Aufgabe vorgesehen, zu den touristischen Zielen unserer Reise kurze Informationen vorzubereiten und fallweise zum Besten zu geben. Da wir aus der Entfernung und in Unkenntnis der Situation vor Ort natürlich keine Restaurants reserviert hatten, sollten Christof und Rainer G. unsere „Gourmetscouts“ sein und ggf. für uns geeignete Lokalitäten herausfinden. Und - natürlich - waren Christof & Somi unser weltbestes und bewährtes Schlussfahrzeug. Was soll ich sagen — alles hat wunderbar funktioniert und ich bin allen sehr dankbar für die wertvolle Unterstützung unterwegs. Danke, ganz prima, nur so ging’s so gut!

In der Woche vor und am Tag der Abfahrt gab es dann leider noch Hiobsbotschaften: Walter hatte sich eine sehr schmerzhafte Zerrung in der Leiste und von einem Sturz herrührende Prellungen zugezogen und konnte beim besten Willen nicht teilnehmen, so sehr er auch wollte. So war bei Inge und ihm natürlich die Enttäuschung gewaltig — so dermaßen hatten sich beide doch auf die Reise gefreut. Und wir mussten auf unser „Marketenderfahrzeug“ verzichten, denn Walter wollte mit dem ML teilnehmen und im großen Ladeabteil mit extra dafür angeschaffter Kühlbox alles für einige zünftige Picknicks transportieren. Stand doch der gelegentliche Einkauf französischer Leckereien in einem der bemerkenswerten und riesigen Hypermarchés und ein anschließender gemeinsamer Verzehr an einem idyllischen Plätzchen im Freien auf dem Speiseplan unserer lange geheimen Agenda… Nun, abgearbeitet haben wir diesen Punkt trotzdem, aber wegen sehr improvisierter Begleitumstände leider nur ein Mal. Dafür fand der bei bestem Wetter direkt am Strand auf einem Mäuerchen statt. Gar nicht so übel.

Und dann beschleicht mich der Gedanke, dass der eine oder andere unserer gepflegten und eigentlich sehr zuverlässigen R129 das Fahren verlernt hat, kurz vor Start einer Ausfahrt scheut und ängstlich das Zipperlein kriegt. Das gab’s schon hin und wieder. So war diesmal der Silberne von Regine & Norbert von einer spontanen Inkontinenz des Hydraulikventils oberhalb der Frontscheibe betroffen und musste durch ein glücklicherweise vorhandenes Ersatzfahrzeug ersetzt werden. Immerhin ein Cabrio und von Mercedes — so durften sie sich wenigstens in unseren Konvoi einreihen und mussten diesem nicht mit deutlichem Abstand folgen.

Dann endlich ging’s los. Wir hatten uns auf einen Treffpunkt beim Autohof Ramstein an der A6 geeinigt und wollten ab da gemeinsam fahren. Christine und ich waren sehr rechtzeitig zu Hause losgefahren, trafen bei einem kleinen Stau auf der A5 gleich nach unserer Haustür auf Bernhard & Elisabeth und kamen dann doch zu unserer Überraschung etwa 30 Minuten vor der verabredeten Zeit fast als Letzte am Autohof an. Das nennt man wohl Vorfreude!

Auch das an unseren Ausfahrt-Treffpunkten sonst übliche Zeremoniell aus ausführlicher Kaffeetrinkerei, viel Gequatsche und Besuche der Sanitärkabinette fiel überraschend kurz aus. Schnell noch vollgetankt und dann drängte man auf Abfahrt. Na gut — aufsitzen und ab geht’s: Autobahn und dann Autoroute… und Mautstationen. Beide Straßenarten nicht gerade die bevorzugte Reiseart unserer Roadster und ihrer Besatzungen — aber bei fast 3.500 km Gesamtfahrstrecke leider nicht zu vermeiden. In Frankreich sind die Autoroutes im Gegensatz zu unseren Autobahnen ganz überwiegend mit bestem Straßenbelag und mit wesentlich geringerer Verkehrsdichte gesegnet. Gut, in der Nähe größerer Städte wird’s auch dicht und wir hatten auch kleine Staus, aber insgesamt lässt es sich - auch dem Tempolimit geschuldet - sehr entspannt reisen. Das wird teilweise dann doch sehr eintönig und sehr langweilig. Wir sind fallweise fast stundenlang am Stück mit Tempomat gefahren. Unterbrochen wurde die Eintönigkeit dann öfter doch durch - überwiegend zwar sehr diszipliniert im Tempolimit fahrende - Franzosen, die wohl Freude daran hatten, uns zwar mit leicht überhöhter Geschwindigkeit, aber dann gaaanz laaangsaam zu überhohlen, um sich gleich danach, wieder spürbar langsamer als das Limit fahrend, vor mir einzuordnen. Also musste die ganze Kolonne wieder überholen, was bei 9 Fahrzeugen schon nervt, weil das zu Abständen und Fremdfahrzeugen und zum Ende unserer Kolonne hin zu Aufholjagden mit überhöhter Geschwindigkeit führte. Ärgerlich, aber alles gut gegangen. Zwar liegt das banale Geheimnis einer synchronen Kolonne in geringen und strikt eingehaltenen Abständen, aber beim einen oder anderen führte die Eintönigkeit und mangelnde Konzentration dann doch zu manchmal riesigen Abständen mit den entsprechenden Konsequenzen.

Die Mautstationen. Eine zugegeben bei der Planung sträflich zeitlich und logistisch unberücksichtigt gebliebene Komponente. Bis neun Fahrzeuge eine Mautstation gemeistert hatten — das dauert. Egal ob sich alle auf verschiedene Kontrollschalter verteilten oder alle zusammen hintereinander an einem anstellten, ob nur Tickets gezogen oder die zurückgelegte Strecke bezahlt werden musste — das dauerte… Die Gründe sind vielfältig und individuell. Mir ist es auch passiert, dass mir beim Stecken der Kreditkarte diese aus der Hand rutschte und dann natürlich unter dem Auto landete. Man fährt ja wegen der begrenzten Länge des eigenen Armes recht nah an den Automaten heran, kann infolgedessen dann die Tür nicht weit genug zum Aussteigen öffnen. Vorn die geschlossene Schranke und hinter mir die Warteschlange. Ja und dann…? Mittlere Panikattacke. Nun wäre die Warterei - ausser der Zeitverzögerung - ja nicht weiter kritisch. Wären da nicht die quasi nicht gegebenen Möglichkeiten, nach erfolgreicher Passage der Mautstation auf die Folgefahrzeuge warten zu können. Absolutes Halteverbot und kein Platz, sehr selten mal ein Parkplatz. Aber irgendwie haben wir es dann doch immer hingekriegt und am Ende waren auch alle ganz entspannt an der Mautstation.

Bei der Gelegenheit noch: Das Tanken. Wir waren gut vorbereitet für die Tankerei an vorwiegend mit Automaten-Zapfsäulen ausgestatteten Tanken (wegen des wesentlich günstigeren Preises möglichst an Supermärkten) und hatten uns mit Kreditkarten und PINs ausgerüstet. Und das war auch gut so, denn beim Benzin fassen gab’s keine wirklichen Probleme. Jeder hatte Kreditkarten dabei, die - mit oder ohne PIN - akzeptiert wurden. Und die kleinen Handlingshürden an den Automaten konnten wir auch alle zunehmend souveräner meistern. Meist sprachen die sogar deutsch mit uns.

So sind wir dann am frühen Nachmittag - erste Frankreich-Erfahrungen (siehe oben) hatten wir immerhin schon gesammelt - im ersten Hotel angekommen. Walter und ich hatten das kleine Château De Sancy im noch kleineren Kaff Sancy nahe Paris bewusst ausgesucht, weil es Frankreich pur bietet. Auch wir hatten das seinerzeit erlebt und - zugegeben auch erst im Nachhinein - genossen :-) Die Teilnehmer sollten die uns Deutschen wohl zutreffend nachgesagte Perfektion und Ungeduld ein Stück weit ablegen und so auf die vor uns liegenden Tage in Frankreich und die französische Lebensart eingestimmt werden. Und das kam dann auch so, aber richtig… :)

Wir fanden das Hotel gleich, es gab ausreichend und direkt beim Hotel gelegene Parkplätze und das Einchecken funktionierte - auch dank der perfekten Vorbereitung unseres Hotelreservierers André Schmidt - problemlos. Das und auch das Auschecken war übrigens in allen Hotels so. Also Zimmer bezogen, frisch gemacht und zum verabredeten Treff auf die schön gelegenen Hotelterrasse gekommen. Bis zum Abendessen war ja noch Zeit und so wollte eine kleine Erfrischung, ein Kaffee, ein Stück Kuchen oder auch schon ein Glas Wein oder gar Champagner nebst passender Beilage bestellt werden. Es hatte sich schon ein kleiner, aber doch spürbarer Hunger eingestellt. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass man mit französischen Sprachkenntnissen sehr weit kam, mit englischen nur sehr begrenzt und sich mit deutschen nahezu nicht verständigen konnte. Glücklicherweise hatten wir Norbert, Regine und Elisabeth bei uns, die der französischen Sprache hinreichend mächtig waren und hilfreich übersetzen konnten. So wurden die gewünschten Getränke, leckere Croissants und eine kleine Käseauswahl geordert. So weit so gut, das war doch gar nicht schwer. Bei Plausch und Schmaus wurde die Zeit bis zum Abendessen gemütlich und genüsslich verbracht. Das ging ja schonmal gut und entspannt los. Leichte Ungeduld machte sich breit, als das Servicepersonal zwar auf der Terrasse für uns eine lange Tafel für das bevorstehende Abendessen hübsch gedeckt hatte, aber um Punkt 19 Uhr noch niemand auftauchte, um unsere Bestellungen entgegenzunehmen. Frankreich hin und her, aber wenn es heisst, dass es - wie zuvor sogar extra so vereinbart - um 19 Uhr Essen gibt, dann hat das auch gefälligst pünktlich zu erfolgen! Na ja — es dauerte noch eine gefühlte Ewigkeit, bis endlich jemand kam, der nach unseren Wünschen fragte. „Jemand“ war ganz allein, schien noch nicht so erfahren in ihrem Job zu sein, sprach perfekt französisch, geschätzt 15 Worte englisch und kein Wort deutsch. Nun ja — es kam wie es kommen musste. Alle waren offenbar mittlerweile sehr ungeduldig und sehr hungrig und versuchten, Fragen zur französischen Speisekarte zu stellen, zu bestellen und womöglich die eben ausgesprochene Bestellung wieder zu ändern. Norbert, Regine und Elisabeth taten das auf französisch, einige in denglisch und der Rest auf deutsch. Auch italienische Worte hörte man. In der Hektik bestellten dann alle zugleich und jeder mit großem Redefluss. Die Paare sprachen nicht mit einer Stimme, sondern jeder versuchte der armen Servicekraft wortreich die - manchmal noch nicht ganz eindeutig festgelegte - Bestellung zu vermitteln. Zu allem Überfluss wurde dann auch noch versucht, dem Tischnachbarn bei seiner Bestellung zu helfen… ein Bild für die Götter. Die Servicekraft tat ihr Bestes und das mit stoischer Ruhe und erstaunlicher Gelassenheit. Sie hatte offenbar vor uns auch schon andere deutsche Gäste gehabt…

Irgendwie klappte aber dann doch alles und jeder kam unerwartet zügig und mehr oder weniger zu seinem gewünschten Abendessen. Unseren vorbereitenden Empfehlungen für das Essen in Frankreich waren viele gefolgt und hatten das Menü bestellt. Leicht Unruhe noch, als aus der Küche die Info kam, dass von einem Hauptgang nicht mehr die bestellte Menge vorrätig war und einige kurzfristig umdisponieren mussten, aber schliesslich wurde es ruhiger am Tisch, alle genossen ihr französisches Essen, tranken französischen Wein und Champagner und - leicht befremdlich - Whisky (oder war’s Whiskey?) und fühlten sich schon fast wie Gott in Frankreich. Spürbares großes Aufatmen allerseits und gute Stimmung. Vereinzelt noch einiges Kopfschütteln, wie die Franzosen mit „diesem Chaos“ leben können, aber wir sind ja nur auf Urlaub hier und nehmen das amüsiert als Teil dieses Urlaubs mit.

Irgendwann und reichlich später wollte dann bezahlt werden. Natürlich und wir bei uns absolut üblich und selbstverständlich — säuberlich getrennt und jedes Paar für sich. Doch da hatten wir die Rechnung ohne den Franzosen gemacht! Nicht nur, dass diese separate Zahlung im Lokal unüblich ist, man weigert sich schlicht, bei Gruppen getrennt zu kassieren. Das gibts nicht. Keine Chance. Und das passierte uns ohne Ausnahme bei allen Essenbestellungen. Einzige Möglichkeit - und da war man schon entgegenkommend - wir konnten selbst notieren und ausrechnen, was jeder zu zahlen hatte. Im Idealfall stimmten dann die eigenen Aufzeichnungen mit dem Gesamtbon überein - das war aber nicht immer der Fall. Na ja — die Esserei in Restaurants war dann doch leider ein steter Quell der Unzufriedenheit und Aufregung. Aber auch da trat mit der Zeit eine gewisse Routine ein und wir konnten doch überwiegend die leckere französische Küche mit ihren stets frischen Zutaten geniessen und einige der vielen von uns bislang unbekannten Köstlichkeiten kennenlernen. Kleine Anekdote dazu noch: Kaum hatten wir einen Ort erreicht, an dem ersichtlich oder zu vermuten war, dass es da Gastronomie gibt, äußerte Rainer G. den Wunsch, doch kurz auf einen kleinen Espresso einzukehren. Und dabei lächelte er verschmitzt. Anfangs dachten wir noch, „kleiner Espresso“, soll das ein Ristretto sein… aber ob es den auch in Frankreich gibt? Zumal man da un expresso oder un café sagt — alles das Gleiche. Wir lernten aber sehr schnell, was Rainer mit „kleiner Espresso“ meinte und warum er dabei so verschmitzt lächelte: Ihm stand der Sinn nach einem veritablen Menü mit allen Schikanen… Und so war fortan der Code „Kleiner Espresso“ für eben diesen Menüwunsch etabliert. Das wird sich bestimmt noch lange im Wortschatz des RT halten ;-)

Doch zurück zum Abend und dem Versuch, den Verzehr zu zahlen. Die Servicekraft bemühte sich zwar redlich, von ihrem großen handschriftlichen Notizblatt die einzelnen Speisen und Getränke nach Angabe zu selektieren, gab das aber schnell auf, auch nachdem sich alle wieder hektisch so verhielten, wie zuvor bei der Bestellung. Da kam einfach nix Brauchbares bei raus. Sie bat uns, doch am Morgen bei der Abreise zu zahlen, was wir notgedrungen akzeptierten. So wurde es wieder ruhig und gemütlich und es wurden auch noch einige Getränke nachgeordert. Die Terrasse war überdacht und windgeschützt und man konnte es lange dort gut aushalten. Einfach toll. Zu vorgerückter Zeit entstand die Idee, an jedem Ort und Lokal unserer Reise einen Calvados zu ordern und zu verkosten. Schließlich waren oder wollten wir in das Land der drei großen C: Calvados, Camembert und Cidre! Gute Idee — gesagt getan. Diesmal klappte auch die Bestellung problemlos. Die Lieferung dann nicht. Zwei Gläschen Calvados waren noch in der Flasche. Dann war nicht nur die Flasche leer, sondern auch der Vorrat des Châteaus an Calvados. Wir hätten es nicht geglaubt, wenn wir es nicht selbst erlebt hätten. Und das in Frankreich! Okay — wir waren ja noch nicht in der Normandie. Aber… später mehr.

Der Vollständigkeit halber und um die Geschichte zu Ende zu erzählen: Die Bezahlung am nächsten Morgen verlief - sagen wir mal vorsichtig - sehr improvisiert. Unsere Servicekraft hatte wohl noch keinen Dienst und ihre Aufzeichnungen waren auch nicht verfügbar. Also ging jeder mit seinen Notizen oder seiner Erinnerung des Verzehrs zum Bezahlen und zahlte dann das, was er angeben konnte. Ob das allerdings auch zur französischen Lebensart gehört, darf wohl bezweifelt werden.

Trotzdem hat dieses kleine typische Château alles in allem allen Teilnehmern so gut gefallen, dass es zum Ende der Reise zum schönsten Hotel erklärt wurde. Es hatte aber auch Charme! Ich will jetzt nicht unglaubwürdig klingen, aber im Kern nahezu genau so ist es uns bei unserer Frankreich-Tour 2016 da auch gegangen… So ist unser Kalkül, welches der Auswahl dieses Hotels zugrunde lag, vollständig aufgegangen und ich konnte mir ein belustigtes und zufriedenes Grinsen nicht verkneifen :))

So — das war’s jetzt auch mit der Esserei. Die weitere Nahrungsaufnahme verlief zwar mit den geschilderten unbequemen Begleiterscheinungen bei der Zahlung, aber ansonsten weniger spektakulär. Man kann sich auch daran gewöhnen. Bis auf das mit dem Calvados. Unsere Calvados-Verkostungsidee sollte im zweiten Hotel, dem Mercure Dinan Port Le Jerzual in Lanvallay - zugegeben auch noch nicht in der Normandie - fortgesetzt werden. Doch man glaubt es nicht: Auch hier war der Calvados-Vorrat bis auf die Neige in der offenen Flasche geschrumpft und Nachschub war erst Tage später zu erwarten. Unser Idee war offenbar zu anspruchsvoll für die französische Gastronomie und wurde aufgegeben. Im Novotel Suites in Rouen in der Normandie überraschte man uns dann mit einer anderen Not: An der Hotelbar sollten zum Ausklang des Tages noch ein paar Gläser Fassbier geordert werden. Zwei gab’s noch, dann kam nur noch ein gurgelndes Pffff aus dem Zapfhahn. Ein neues Fass gab’s erst nach zwei Tagen… Das hat uns aber dann schon nicht mehr überrascht. Dann noch das mit den Parkplätzen und dem schlechten Zimmerservice… Aber das lassen wir lieber. Das Novotel hat es jedenfalls bei uns nachhaltig verspielt.

Nach der ersten Nacht, die alle Teilnehmer bis auf eine vereinzelte Ruhestörung durch andere Gäste gut und erholsam verbracht hatten, konnten wir ein leckeres Frühstück geniessen und dann ging’s wieder auf die Straße. Die zweite Etappe der Anreise lag vor uns. Auch hier überwiegend Autoroute und keine neuen Herausforderungen. Na ja, eigentlich war es geplant, Paris sehr weiträumig südlich zu umfahren. Irgendwie sind wir dann aber doch näher rangekommen und mussten uns in Sichtweite zum Eiffelturm über den Pariser Autobahnring schlängeln. Abenteuerlich, selbst für uns als im Großstadt-Verkehr erfahrene Fahrer. Erfreulicherweise wurde diese ziemliche Herausforderung für einen Konvoi aber doch ohne größere Probleme gemeistert. Puh…

Wir waren am Etappenende nun in der Bretagne angekommen, dem ersten Zielgebiet unserer Reise. Das schöne Mercure Dinan Port Le Jerzual liegt idyllisch am Ufer der Rance in Lanvallay; direkt gegenüber am anderen Ufer war Dinan. Ausser, dass die am idyllischen kleinen Hafen gelegenen Restaurants uns an den Abenden köstlich beherbergten, war hier auch der Ausgangspunkt für unsere Tagestouren. Apropos beherbergten: Hier, nahe dem Ärmelkanal, konnten wir wirklich köstliche und fangfrische Meeresfrüchte, Galettes, Crêpes, Cidre und andere typische Leckereien genießen. Meist der guten Empfehlung folgend: Nimm das Menü! Moules à la crème entwickelten sich quasi zum Standard und fehlten fortan bei keiner Bestellung der Gruppe. Aber auch ganz frische Austern, Lamm, Cidre (aus Tassen!), Champagner und sogar Hummer wurden nicht selten bestellt und genossen. Da hat wirklich niemand die deutsche Küche vermisst.

Zu den einzelnen Tagestouren will ich hier nicht viel schreiben. Alles lässt sich ausführlich in der Tourbeschreibung und ergänzend im Roadbook nachvollziehen.

Zusammen mit den Tagestouren kam auch die Streckenführung über Land und durch Städte und Städtchen mit immens vielen und dicht aufeinanderfolgenden Kreisverkehren, engen und engsten Straßen und Sträßchen, engen und komplizierten Ortsdurchfahrten, Straßensperrungen wegen Wochenmärkten und, und, und. Zwar war alles wunderschön, aber für eine Kolonne mit 9 Fahrzeugen eine extreme Herausforderung, der wir dann auch häufig Tribut zollen mussten. Trotz ständiger Führung mit Funkkontakt passierte es fast täglich, dass die Kolonne auseinander fiel, weil jemand zwischen Führungs- und Schlussfahrzeug den Anschluss in der Kolonne verloren hatte. Das war zurückzuführen auf teilweise viele Fremdfahrzeuge und meine Richtungsangaben aus der Funke, bei denen man - je weiter hinten umso mehr - manchmal den Überblick verloren hatte, für welche Kreisausfahrt oder Abbiegung sie nun galten. Je weiter vorn in der Kolonne der Abriss geschehen war, umso mehr Fahrzeuge fuhren dann in die Irre. Und bis dann endlich alle wieder „auf der Spur“ waren, das nahm teilweise so viel Zeit in Anspruch, dass geplante Besichtigungsstopps entfallen mussten oder nur ganz kurz angehalten werden konnte. Zugegeben, auch das ein Aspekt, den Walter und ich während unserer Frankreich-Tour (in einem Fahrzeug unterwegs) nicht erlebt und demzufolge auch bei der Vorbereitung nicht hinreichend bedacht hatten. Gut, auch bei unseren bisherigen RT-Ausfahrten kommt es schonmal zu Verfahrern, aber so häufig und vor allem so zeitaufwendig dann doch nicht. Nun gut — wieder um eine Erfahrung reicher. Vielleicht sollte man einen (zu) langen Konvoi besser teilen.

Nicht das jetzt der Eindruck entsteht, dass unsere Frankreich-Reise eine Aneinanderreihung von Planungsmängeln und zweifelhaften und unerwarteten Überraschungen war — nein, das war keinesfalls und auch nicht nur ansatzweise der Fall. Bei allen Teilnehmern - so sagen alle immer wieder - standen vor allem die besuchten Sehenswürdigkeiten und die schönen Routenführungen dazwischen im Vordergrund. Und da gab es uneingeschränkt überraschte und begeisterte Reaktionen, wenn die Ziele erreicht waren und genossen werden konnten. Die Vielfalt in dieser kurzen Zeit war einfach überwältigend und Lohn für teilweise lange und anspruchsvolle Tagestouren, bei denen es auch schonmal finster geworden war, als das Hotel am Abend erreicht wurde. Dann war es uns eben wichtiger gewesen, das leckere Essen in schöner Umgebung zu geniessen, als dem Zeitplan zu folgen.

Trotzdem konnte der - wie bereits erwähnt - weitgehend eingehalten werden. So gab es auch keine Enttäuschung, weil wesentliche Versprechen aus der Tourbeschreibung nicht eingehalten werden konnten. Nein, nahezu alles trat so ein, wie angekündigt. Schauen wir zum Abgleich ins Roadbook: Wir haben einvernehmlich darauf verzichtet, den Teppich von Bayeux anzusehen, wir haben die ohnehin optionale Fahrt zum Cap Fréhel weggelassen und die Besichtigung von Saint-Malo musste leider der Parkplatzsuche geopfert werden. Bei dieser Gelegenheit auch noch der obligatorische Tour-Wetterbericht: In Saint-Malo gab es einen einzigen heftigen Schauer, den wir zu Fuß unter einer Durchfahrt der Stadtmauer überstanden haben. Sonst nur schön bis sehr schön. Hätten wir nicht so viel Autoroute und Route nationale fahren müssen, wären wir fast nur offen unterwegs gewesen. Doch weiter: Die als beeindruckend geplante Überfahrt über die Pont de Normandie fand bei Dunkelheit statt und war dann leider nicht mehr so beeindruckend. Den Besuch der prunkvollen Gärten des Château du Champ de Bataille haben wir einvernehmlich gestrichen, weil das nach den Erfahrungen der Vortage als zu zeitaufwendig erschien. Dafür war die Tour an diesem Tag zur Steilküste auch sehr stressfrei und konnte ohne Zeitnot ausführlich genossen werden. Am Palais Bénédictine (das mit dem Benediktinerlikör) sind wir nur ganz langsam vorbeigefahren; es gab ohnehin keine Parkplätze für so viele Autos und den D.O.M. Bénédictine gibt’s auch bei uns in jeder gut sortierten Spirituosenhandlung. Den wegen des Champagners eingeplanten Stopp in Reims haben wir auf Anraten unserer Gourmetscouts aufs Land in die Champagne verlegt. Rainer G. als anerkannter Champagner-Liebhaber und -Kenner übernahm die Führung und leitete uns kundig durch die Örtchen und Grand Cru-Lagen der berühmtesten Champagner-Produzenten. Er wollte uns noch unbedingt zu mindestens einem der vielen Champagner-Winzer inclusive Verkostung führen. Aber es war Sonntag… So sehr sich Rainer auch bemühte und quasi an jedem Hoftor „klopfte“ — da tat sich nichts. Wie ausgestorben. Alles zu. Die Enttäuschung war ihm anzumerken und wir litten alle mit ihm. Nun, wer die ganze Welt konkurrenzlos mit wertvollem Gesöff beglückt, braucht offenbar keine nassauernde Touris (Sorry ...) Also blieb’s beim Gucken. Apropos gucken. Mal ehrlich, die Champagne ist nicht wirklich schön. Eintönige Orte fast ohne jeden Charme und riesige Weingärten, die aussehen wie große Versuchsanstalten für exakten Heckenschnitt. Dazu überall Kreidestaub. Nee, in dieser Hinsicht bieten unsere Winzerdörfer und -Orte augenscheinlich mehr, sogar am Sonntag. Aber halt keinen Champagner. ;-)

Das liest sich jetzt vielleicht viel und schlimm, war aber im Hinblick auf den Gesamtplan nur marginal und ohne Beeinträchtigung der intensiven Erlebnismenge. Echt nicht. Ich als einer der Planer der Tour wurde jedenfalls von Tag zu Tag ruhiger, konnte ich doch zunehmend gewiss sein, dass der Plan nahezu perfekt passte und alles besucht werden konnte, was Walter und ich vorgesehen hatten. Da kommt große Freude auf, zumal ich auch noch im wahrsten Sinne des Wortes er-fahren konnte, dass es einfach riesigen Spass macht, das erste Fahrzeug der Kolonne zu sein. Ich kannte bisher nur die Situation, mehr oder weniger hinten in der Kolonne mitzufahren. Mir gefällt es, vorn zu fahren und ich werde das wiederholen. Wenn ich darf…

Wie sehr der Plan stimmte, merkte ich auch nach der Rückkehr. Das Roadbook gab an, dass wir gegen 16 Uhr zu Hause sein würden. Das war zwar so, aber auch keine große Leistung. Die Gesamtstrecke sollte 3.403 km lang sein. Als Differenz meines Kilometerzählers im SL zwischen Abfahrt und Ankunft konnte ich 3.401 km errechnen… Da war ich dann doch sehr erstaunt und echt überrascht.

Mein Fazit? Hmm… Alles gut, jederzeit gern wieder! Vielleicht weniger Autoroute und Route nationale und mehrere Hotels für kürzere Wege. Aber sonst — très bien!

So, abschliessend noch der Weg zur Tourbeschreibung, zum Roadbook und - natürlich - zu den aussergewöhnlich vielen tollen Fotos, die von mehreren Teilnehmer geschossen und zur Verfügung gestellt wurden. Man kann - wie ich meine - die Begeisterung fast greifen… Schaut sie euch als Slideshow an, lehnt euch zurück und genießt es. Es lohnt sich.

Tourbeschreibung: https://www.r129sl-club.de/files/grosse_frankreichtour_2018_-_tourbeschreibung.pdf

Roadbook: https://www.r129sl-club.de/files/grosse_frankreichtour_2018_-_roadbook_2.3_ohne_tn.pdf

Fotoalbum: https://mbr129-slclub.pixieset.com/tourdefrancesl2018/

KFa

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Im Sommer wie im Winter:

Zur Sommer-Sonnenwende ins Lamm

Organisatoren: RT Leitungsteam • Datum: 30. Juni bis 1. Juli 2018

Bekanntlich liegt Weihnachten in der dunklen und eher ungemütlichen Jahreszeit. Ausserdem halten unsere Roadster ihren verdienten Winterschlaf. Vielleicht gerade deshalb sucht man sich für eine schöne Weihnachtsfeier einen Ort aus, an dem es sich zumindest lecker schmausen und bequem nächtigen lässt (An- und Abreise sind da eher nebensächlich). Und weil im Lamm beides sehr wohl geboten wird, kam bei der letzten Weihnachtsfeier die Idee auf, die genannten Mängel abzustellen und einfach einmal im Sommer ins Lamm zu fahren. Also die ganze Chose um 6 Monate verschieben und statt Advent die Sommer-Sonnenwende feiern.

Das ist die ganze, aber doch eher banale Vorgeschichte für diese Ausfahrt. Ja, eine Ausfahrt konnte es durchaus werden, denn unsere Roadster waren ja wieder hellwach und gierten nach schönen Strecken bei artgerechtem Wetter. Eigentlich… Der Rest ist schnell erzählt: Zimmer im Hotel reserviert - Ausschreibung raus - abwarten…

Na ja - nach anfänglich großem Interesse bei den RTlern dann eher sehr verhaltene Reservierungen im Hotel. Also hat Pia noch einmal die Werbetrommel gerührt — nix. „Wie, keine geplante Tour und nur zum Essen hinfahren und wieder zurück… — och nö...“ so hörte man es im Blätterwald rauschen. Dabei hatten Pia und ich bereits im Vorfeld mehrfach darauf hingewiesen und dazu aufgefordert, genau diese kleine An- und Abfahrt zu gestalten. Das Sommerloch war dann doch wohl so groß, dass sich nichts weiter regte :(

Aber das war den dann doch elf Teilnehmern auch egal. Wir hatten Spass, liessen es uns richtig gut gehen, genossen ein sehr leckeres Abendessen auf der Terrasse, nächtigten bestens und haben auch beim bekannt opulenten Frühstück genüsslich und ohne Zeitdruck zugeschlagen.

Am Rande: Ich wollte zwar bewusst nicht, habe mich aber am Vortag dann doch überreden lassen, am PC mit Kurviger.de fix eine Anreise durch den Spessart mit Kaffeepause in der idyllisch gelegenen Buchenmühle bei Lohr am Main zusammenzustellen. Nicht alle, aber der größte Teil schloss sich meinem Tourvorschlag an und so fuhren wir mit 4 Roadstern bei bestem Cabriowetter genüsslich durch den Spessart. Tja - so einfach geht das…

Für die Rückfahrt haben wir, die nicht direkt nach Hause fahren wollten, dann nach dem Frühstück mit kurzem Blick in die Karte entschieden, gemeinsam durch den Odenwald zurück zu fahren. Und die Streckenführung haben wir einfach mit der Eingabe einiger Zwischenziele gänzlich dem Navi überlassen. Auch das ging gut. In Lindenfels gab es noch einen gemütlichen Erfrischungsstopp im Eissalon und die Verabschiedung.

So ist aus dieser anfänglich etwas vermaledeiten „Ausfahrt“ dann doch noch eine richtig gelungene Tour geworden — Ätsch ;-) KFa

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Wir erkunden ein weiteres Stück verborgenes Deutschland:

Zu Himmelfahrt im Thüringer Wald

Organisation: Gerhard Daum • Datum: 10. bis 13. Mai 2018

„Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ - so formulierte es einst Wilhelm Busch. Wie ich darauf komme? Nun, bei Gerhards Ankündigung einer Ausfahrt nach Oberhof fiel mir spontan rein gar nichts dazu ein. O-ber-hof…? Ein kurzer Besuch bei Google brachte erste Erkenntnisse: Deutsches Wintersportzentrum (besonders zu DDR-Zeiten staatlich gesteuerte Kaderschmiede mit Zwangsdooping — da dämmerte es mir) in der Nähe des Rennsteiges… Okay, damit war die Bedeutung des Ortes einigermaßen zentriert und irgendwie hatte ich davon in der Tat schon gehört. Und der Thüringer Wald? Na ja - bekannt, zumindest dem Namen nach. Ein Blick in die Karte zeigte dann noch, dass bekanntere Orte wie Suhl, Eisenach, Erfurt und Weimar in der Nähe liegen. Somit war klar, dass Gerhards Angebot zumindest sehr interessant aussah, zumal wir nach Eberhards Harz-Tour im Vorjahr auch wieder eine Gegend Deutschlands erkunden würden, die für uns lange Zeit im Verborgenen lag. Also: Interesse geweckt, Zimmer gebucht und angemeldet.

So oder ähnlich dachten wohl auch 17 weitere RTler, so dass wir mit insgesamt 10 Roadstern unterwegs waren. Das Wetter war rundum gut und wir konnten fast nur oben ohne cruisen.

Bis zum Tourstart hatte Gerhard in bewährter Manier dann auch ein interessantes und vielfältiges Programm zusammengestellt, welches uns erwartungsvoll starten ließ (Plan von mir aufs Wesentliche gekürzt):

Donnerstag:

  • Treffpunkt an der Raststätte Weiskirchen Süd auf der A3 Richtung Würzburg
  • Erste Pause ist in Lohr am Main / Besuch des Spessart-Museums / Altstadtbummel zur Kleinen Konditorei Geis für einen Imbiss mit Ruhepause
  • Danach geht es weiter nach Oberhof ins Hotel. Ankunft geplant gegen 17 Uhr

Freitag:

  • Wir fahren um 9.30 Uhr nach Weimar zum geführten Stadtrundgang (ca. 2 Stunden)
  • Nachmittag zur freien Gestaltung

Samstag:

  • Wir starten um 9.30 Uhr zur Fahrt über Land nach Suhl. Dort parken wir mit Sondergenehmigung auf dem „Platz der deutschen Einheit“. Besichtigung und Führung durch das Waffenmuseum Suhl inkl. der Sonderausstellung „Die Waffen der Frau“.
  • Weiter geht es nach Schmalkalden zur ViBa-Nougatwelt inkl. Führung und Kaffee
  • Danach Fahrt über Land zurück ins Hotel

Sonntag:

  • Heimfahrt etwas nördlich Richtung Rhön mit Rast in Bad Salzungen und Führung durch das Gradierwerk / ggf. kleine Kaffeepause / Ausfahrtende

Soweit der Plan, der - ich wiederhole mich - dann auch brav abgearbeitet wurde.

Zunächst also Lohr am Main. Randbemerkung: Die dortigen Kreisverkehre und Brücken über den Main sind trefflich geeignet, eine Fahrzeugkolonne nachhaltig auseinanderzureißen ;-). Die geplante exklusive Parkmöglichkeit auf dem Schlossplatz musste leider entfallen. Baustellen versperrten jegliche Zufahrt dorthin. Also wurde profan im Parkhaus geparkt und kurz zum Spessartmuseum im Schloß zu Fuß gegangen.

„Hohe Herren und Habenichtse – Kurfürsten, Förster, Fabrikanten, Handwerker, Waldarbeiter und Räuber – sie alle lebten im und vom Spessart, viele mehr schlecht als recht. Und wo es ums Überleben ging, waren Einfallsreichtum und besonderes Geschick gefordert.“ So beschreibt das Museum die Menschen im Spessart und deren Lebensumstände, die man dort gut nachvollziehen kann. Ja, der Spessart war schon keine Gegend, die Wohlstand und Reichtum ausstrahlte. Man musste sehen, wie man über die Runden kam und so ist auch die Legende der Spessarträuber zu deuten. Obwohl diese aus dem 18. Jahrhundert stammt, so datieren frühere Nachrichten über sie schon aus den Jahren 1395/96, als Frankfurter Kaufleuten im Spessart eine Ladung Wein „abhanden kam“. Sehr eindrucksvoll sind auch Original-Exponate einer Ladeneinrichtung und einer Küche der Lohrer Kaufleute Göpfert, die bis etwa 1950 noch benutzt wurden. Und was man noch wissen sollte: Die bekannte und markante Maggi-Flasche wird von Anfang an, d.h. seit 1887 und bis heute in Lohr hergestellt. Jährlich sind das ca. 30 Millionen Flaschen. Entworfen hat sie der Erfinder der Maggi-Würze, der Schweizer Julius Maggi, höchstpersönlich. Er erkannte schon im Jahre 1886, dass das Erscheinungsbild eine Produktes von großer Bedeutung ist. Schlau, der Herr Maggi und: wieder was gelernt…

Nach so viel interessanter Heimatkunde und dem anschließenden Spaziergang durch die Lohrer Altstadt waren dann die reservierten Tische vor der Kleinen Konditorei Geiss mehr als willkommen, zumal sich auch bei dem einen oder anderen ein gewisses Hungergefühl bemerkbar machte. Pause - Kaffee - Kuchen - Blechpizza ;-)

Nachdem wieder alle im grünen Bereich waren, durften unsere Roadster ihr Kellerverlies verlassen und wir machten uns auf den Weg Richtung Hotel. Das Abendessen und ein kühles Bierchen lockten.

Zweiter Tag, zweites Ziel: Weimar. Früh ging’s los… sollte es jedenfalls. Na ja - aber Schwamm drüber, das kann ja mal passieren ;-)) Ja Weimar — nennt sich Kulturstadt und ist das auch im wahrsten Sinn des Wortes. Da ging seinerzeit ordentlich die Post ab. Goethe, Schiller, das Bauhaus und sogar Shakespeare seien genannt und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Alles hinreichend bekannt und berühmt, daher spare ich mir hier schlaue Worte, mit denen uns ausserdem die fleissige Stadtführerin ausführlichst beglückt hat. Nur soviel sei beklagt: Unsern(!) Geedeeh hat sisch viel länger in Weimar rumgetriwwe als in seiner Heimatstadt Frankford — schääme soller sisch dadefer!

Das RT-Bannerfoto vor dem Goethe-/Schillerdenkmal musste natürlich auch sein.

Wer Thüringen sagt, meint auch die berühmte Bratwurst vom Holzkohlengrill. Auf dem Platz vor dem historischen Rathaus in Weimar wurde selbstredend ein Stand mit genau jener Köstlichkeit ausgewählt und angesteuert. Wir wollten doch alle mal das „Original“ kosten. Schnell war man in der Warteschlange vorn angekommen und konnte das Objekt der Begierde frisch vom Grill in Empfang nehmen. Einer musste sogar zweimal zugreifen, weil ihm das erste Exemplar vor lauter Vorfreude vom Brötchen gehopst war ;-) So, aber wie war der Geschmack nun? Nicht so berühmt wie der Name erwarten lässt, aber durchaus eine von den besseren Rostbratwürsten. Kann man gut essen. Inklusive Senfklecks auf’m Hemd.

Am Nachmittag hatten wir dann frei. Gerhard bot eine ausgedehnte Rückfahrt über Land zum Hotel an — Frank & Gerdi einen spontanen Besuch von Erfurt. Frank hatte hier eine Zeitlang gelebt und kannte sich aus. Je nach Interessenlage schloss man sich dem einen oder anderen Angebot an. Christine und ich wählten Erfurt.

Auch in Erfurt mächtige Tradition und berühmte Namen. Ausser, dass es Thüringens Landeshauptstadt ist, ist der Name Luther fest mit Erfurt verbunden. Luther lebte zehn Jahre in Erfurt, studierte dort und wurde im auf das 8. Jahrhundert zurückgehenden Dom zum Priester geweiht; im Augustinerkloster lebte er als Mönch. Franks Spaziergang durch die schöne Altstadt mit ihren romantischen Plätzen und vielen Restaurants, Bistros und Kneipen (alle hatten außen Tische und Stühle großzügig aufgestellt — bei uns undenkbar, da wohl zur Atemnot bei den zuständigen Ordnungsamtsbeamten führend) war zwar leider durch eine Monster-Straßenbaustelle eingeschränkt, hat aber trotzdem sehr gefallen. Besonders der Weg über die Krämerbrücke mit ihren mittelalterlichen Häusern und Läden beeindruckte. Dass es sich um eine Brücke über die Gera handelt, konnte man erst erkennen, als man sich ihr sozusagen von hinten oder von der Seite näherte. Und dass wir uns dann erschöpft ausgerechnet im Biergarten des Münchner Augustinerbräu erfrischten, mag gestattet sein. Immerhin war der Blick auf das Geraufer und die Krämerbrücke soo idyllisch und ausserdem gibt es ja auch einen zumindest namentlichen Bezug zum örtlichen Augustinerkloster…

Nächster Tag, nächste Ziele. Am Vormittag ging’s bei super Wetter nach Suhl ins Waffenmuseum. Gerhard hatte im Vorfeld vorsorglich angemerkt: „Bevor einer auf doofe Gedanken kommt: Es geht hier nicht um Gewaltverherrlichung sondern um das Handwerk. In Suhl ist Deutschlands einzige Schule für Büchsenmacher.“ Dem kann auch der pazifistisch geprägte Besucher nach dem Besuch des Museums weitgehend zustimmen, so er denn auch differenzierte Sichten zulässt. Zugegeben, der Vollständigkeit halber und/oder weil einige Suhler Büchsenmacher ihre privaten Sammelstücke dem Museum überliessen: Es werden dort auch wenige Kriegswaffen ausgestellt. Das ist aber dann auch schon alles zu diesem Thema. Sonst ist das ganze Museum der Geschichte der Jagdwaffen und der seit dem späten Mittelalter in Suhl ansässigen Waffenproduktion gewidmet. Und da genau spielt Suhl eine geradezu weltberühmte Rolle. Beginnend mit den ersten Feuerwaffen über Armbrüste, Sportwaffen (Biathlon) bis hin zu heutigen wertvollen und massgefertigten Gewehren und Flinten für Waidmann und -frau ist dort alles Rund ums Thema und die Kunst der diesbezüglichen Metallbearbeitung ausgestellt und beschrieben. Sehr interessant und imposant, mehr bzw. weniger kann man nicht sagen. Ach ja — dann noch die begleitende Ausstellung „Waffen der Frau“. Puristen sagen: „Stört nur“, andere finden es ganz amüsant. Ich schließe mich letzter Meinung an, auch wenn einige - ästhetisch durchaus sehr ansprechende und gelungene - Exponate das Thema unnötig in die sexistische Ecke drängen. Weil der Kurator ein Mann ist…?

Nach dem Besuch des Museums haben wir dann noch einen Cappuccino oder ein Eis mit Blick auf einige sehr dekorativ hergerichtete Plattenbauten genossen und sehr schöne Fotos unserer Klassiker geschossen (ups…), die wir exklusiv auf dem Platz der Deutschen Einheit parken durften. Und auch noch schöne Fotos der Teilnehmer mit unserem RT-Banner vor dem maroden DDR-Kulturhaus „7. Oktober“.

Wieso fallen mir jetzt Parallelen zwischen dem DDR-Kulturhaus in Suhl und der Viba-Nougatwelt in Schmalkalden - unserem Ziel für den Nachmittag - ein? Vielleicht die teilweise gemeinsame Vergangenheit? Das alte und traditionsreiche Unternehmen (1935: 350 Mitarbeiter und 500 Produkte) wurde ab 1958 verstaatlicht und zum VEB Nougat- und Marzipanfabrik. Und man staune: An diesem VEB, der auch Fruchtschnitten herstellte, waren „neben dem hauseigenen Fachpersonal auch Sportmediziner und Nationaltrainer der DDR beteiligt.“ Na ja - jedenfalls hat die Firma - sichtbar anders als das Kulturhaus - nach der Wende eine rasante Entwicklung genommen, hat im Jahr 2000 die größte Nougatstange der Welt hergestellt (750 kg, 3 m lang, 50 cm Durchmesser) und 2008 mit ihrem Nougat in Deutschland einen Marktanteil von 70% erreicht. Ausserdem setzt man voll auf Lifestyle, hat sich in Viba sweets umbenannt, sich ein neues Outfit verpasst und bietet Besuchern in der Viba Nougat-Welt einen Einblick in die Produktion. Bemerkenswert ist der riesige Parkplatz mit separaten Busplätzen vor der Nougat-Welt. Gerhard hatte vorsorglich für uns Parkplätze beim benachbarten Mercedes-Autohaus reserviert, da er den Viba-Parkplatz beim Planungsbesuch vollständig belegt vorfand… Offenbar also ein Mega-Renner bei interessierten Kreisen, vorwiegend wohl Ostalgikern.

Ich muss gestehen - und da war ich nicht allein - mir waren die Firma und deren Nougatstangen bisher vollkommen unbekannt. Das vermutlich auch, weil ich keinen Nougat mag. Ist mir viel zu süss. Daran konnten auch die Führung durch die Nougat-Welt incl. Kostproben und der Besuch der hauseigenen Cafeteria nichts ändern. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie habe ich da noch leicht einen Hauch der alten sozialistischen Planwirtschaft gespürt… Aber wem’s gefallen und gemundet hat — die Viba-Nougatstangen gibt’s tatsächlich auch in unserer Gegend zu kaufen ;-)

Das Mercedes-Autohaus hatte Gerhard um ein Foto mit unseren aufgereihten SLs vor der Tür gebeten. Gesagt — getan und dann ging’s bei noch immer idealem Cabriowetter über Land - oder besser gesagt: durch den schönen Thüringer Wald - flott und kurvig zurück in’s Hotel zum leckeren Abendessen.

Am Sonntag waren dann leider schon wieder Kofferpacken und die Heimreise angesagt. Aber Gerhard hatte auch hierfür noch ein Schmankerl vorgesehen. Wir fuhren nach Bad Salzungen. Vom nahe gelegenen Parkplatz ging es zum, zur… ja was ist das eigentlich? Gradierwerk, Solewelt, Keltenbad, Saunaland, Sole-Heilbad, Sole-Aktivbad, Sole-Atem-Zentrum, Präventations- und Fitness-Zentrum, Wohlfühl-Zentrum, Gesundheits-Zentrum, Totes-Meer-Salzgrotte, Tourist-Information, oh stopp, die gehört nicht dazu ;-) Um’s kurz zu machen: Anders als viele vergleichbare und heute Not leidende Kurorte hat es Bad Salzungen offenbar verstanden, mit seinem historischen und sehr schönen Gradierwerk einen vor Selbstbewusstsein und Erfolg nur so strotzenden Erholungs- und Urlaubsort zu machen. Der Gästeführer verpasste keine Gelegenheit, uns darauf aufmerksam zu machen und auch darauf, dass man ständig dabei sei, überall in Neues zu investieren, da die Kasse der Solewelt prall gefüllt sei. Unterm Strich: Das Ding hat schon was. Man kann es sich da vermutlich ordentlich gut gehen lassen und was für die Gesundheit tun.

Nach dem obligatorischen Kaffee- Kuchen- …-Imbiss im Restaurant der Solewelt drängten uns plötzlich aufziehende schwarze Wolken am Himmel und ein paar Tropfen zum Aufbruch und zur allgemeinen Verabschiedung. Es hat dann aber doch nicht geregnet.

Was bleibt, ist eine - bei Gerhard aber eigentlich selbstverständlich - sehr schöne und überraschend interessante Ausfahrt. Danke dafür! Natürlich war auch für uns in unseren Roadster alles zum Besten geplant. Wir befuhren wunderschöne, idyllische und kurvenreiche Straßen und Sträßchen.

Und da schließt sich der Kreis: Ich hätte vorher nie vermutet, dass der Thüringer Wald und seine Sehenswürdigkeiten so schön sind. Da muss man einfach noch einmal hinfahren, um sich einzelne Ziele ausführlicher und in Ruhe anzusehen. Touristenführer haben nun mal den Drang, möglichst viel - meist auch noch nur Historisches - in kürzester Zeit abzuspulen. Da ist leider oft ein nur viel zu kurzer Blick auf die Attraktionen möglich… KFa

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Und auf, die Dächer...:

Roadsterlüften durch die Wetterau und den Vogelsberg

Organisation: Gerdi & Frank Hoffmann • Datum: 29. April 2018

Mehr Luft ging wirklich nicht. Nur wenn wir unsere Roadster allein lassen mussten, wurden die Verdecke geschlossen. Bestes Wetter also für ein Roadsterlüften wie im sprichwörtlichen Bilderbuch. Gerdi und Frank hatten geplant und wie immer bei den Beiden war es eine Tour mit allem Drum und Dran. Das war der Strecken- und Besuchsplan:

  • Treffpunkt: Glauburg (Frühschoppen Klassikergarten)
  • Altenstadt-Lindheim
  • Düdelsheim
  • Eckartshausen
  • Lorbach
  • Büdingen (Schlosshof Parken, Rundgang, 50er-Jahre-Museum mit Milchbar!)
  • Wenings
  • Gedern
  • Schotten
  • Einhartshausen (Picknick am Picknikboard)
  • Stornfels
  • Ulfa
  • Gonterskirchen
  • Laubach
  • Grünberg
  • Beltershain
  • Reinhardshain
  • Winnerod (Golfclub, Kaffee oder später Lunch)
  • Rabenau-Londorf (J. S. Automobile GmbH Jürgen Schäfer)

Und der wurde dann auch brav abgearbeitet. Zehn Roadsterbesatzungen hatten sich um 10 Uhr in Stockheim beim Klassikergarten eingefunden. Die dortigen Tage der offenen Tür schienen geeignet, zum Start einen kleinen Frühschoppen mitzunehmen. Aber wir waren für die örtliche Verpflegungsbrigade zu früh. So blieb es bei der Begrüßung, einem kleinen Rundgang über das Gelände und Benzingesprächen.

Also auf zum nächsten Ziel nach Büdingen. Das war dann schon wesentlich lohnenswerter, wenn auch hier eine kleine Planänderung hingenommen werden musste: Die Milchbar war nicht geöffnet. Das war aber leicht zu verschmerzen, denn ansonsten zeigte sich der Ort, der zugleich Höhepunkt der Haltepunkte war, von seiner besten Seite. Obwohl sich die Stadt uns als Besuchern gegenüber im Vorfeld sehr spröde und zugeknöpft gezeigt hatte, durften wir doch im Schlosshof des Büdinger Schlosses parken. Da konnten wir unsere blitzenden Karossen malerisch vor den historischen Gemäuern drapieren und schöne Fotos machen. Zu Fuß ging's weiter ins 50er-Jahre-Museum. „Inmitten der wunderschönen Büdinger Altstadt, lädt das 50er-Jahre-Museum in traditionsreichem Ambiente zu einem Bummel durch das Lebensgefühl und die Wohnkultur der 50er Jahre ein“, so der Begrüßungstext auf der Homepage des Museums. Das trifft es auf den Punkt und so war der Rundgang durch die wahrlich vollgestopften Ausstellungs- und Themenräume ein Erlebnis der besonderen Art. Waren doch die 50er Jahre für die meisten Teilnehmer Zeit der Kindheit oder frühen Jugend und jeder entdeckte einen oder meist mehrere Gegenstände, die man damals zu Hause auch hatte. Da konnte man wunderschön und hocherfreut in Erinnerungen schwelgen. Und Cornelia Froboess, von der ihr original Teenager-Wohnzimmer und das Kleid, welches sie 1962 beim Grand Prix Eurovision trug, ausgestellt sind, kennt natürlich auch jeder. „Zwei kleine Italiener“ sang sie damals und kam damit auf Platz 6. Ach ja, seufz…

Statt Milchbar haben wir uns dann spontan beim Italiener nebenan auf die Terrasse gesetzt und die erste Kaffeepause eingelegt. Ja, das Wetter war in der Tat so toll, dass man schon Plätze im Schatten suchte.

Beim Rückweg zu den Autos hat uns dann Frank durch die wirklich wunderschöne Altstadt geführt und auch seiner notgedrungenen Rolle als Stadtführer alle Ehre gemacht. Er und Gerdi hatten dabei auch die eine und andere Anekdote parat, die so vielleicht nicht im Programm einer offiziellen Stadtführung enthalten ist.

Im Schlosshof dann Dächer auf und wieder auf die Piste. Natürlich - und das gilt für alle Fahrstrecken - waren die mit Liebe für die Sache ausgewählt und sehr artgerecht für unsere Roadster und zur Freude für die Insassen zu fahren.

Der nächste Stopp war dann - gefühlt - irgendwo in der Pampa. Unser RT-Vesperbrett - pardon: sein Nachbau - wurde in Anschlag gebracht, die Zielflaggen-Decke aufgeworfen und von den Hoffmännern flugs mit einem ansehnlichen Imbiss bestückt. Süss und herzhaft, mit oder ohne Alkohol - nach dem Motto „Wetterauer Spezialitäten“ gab’s Leckereien für jeden Geschmack. Mit gutem Bauchgefühl ging's weiter zum nächsten Planziel, dem Golf-Club Winnerod bzw. auf deren Clubrestaurant-Terrasse. Hier konnte dann jeder nach Gusto seinen Hunger und Durst stillen. Und das vermutlich erstmals in dieser Saison im Freien und an langer Tafel. Es ging uns gut, wir hatten gute Laune und so haben wir uns ohne Zeitdruck angenehm und nett unterhalten und ebenfalls gut gespeist.

Als allen danach war, nahmen wir unser nächstes Tourziel ins Visier. Frank hatte von einem begnadeten Mercedes-Schrauber erfahren, den wir unbedingt kennenlernen sollten. So kam es dann auch, dass uns Jürgen Schäfer nebst Geschäftspartner und Tochter seinen wirklich beeindruckenden Betrieb in Rabenau präsentierten - und das sogar am Sonntag! In den großflächigen Hallen und einer naheliegenden Dependance konnten wir alles bestaunen, was zur Reparatur, Pflege und Restauration klassischer Mercedes Fahrzeuge nötig ist. Und mit alles ist in der Tat auch alles gemeint. Wir konnten komplett revidierte Motoren, Getriebe, Fahrzeugkomponenten und Fahrzeuge in jedem Erhaltungs- und Wiederherstellungszustand bewundern. Jede Menge Pagoden, Heckflossen, R107er, ein 190 SL und, und, und belagerten die Werkstatt und die Hebebühnen. Es gab einen R107 und eine Heckflosse zu sehen, die dort u.a. speziell für die Rallye Paris-Peking präpariert werden. Verstaubt und abgedeckt warten noch einige Schätzchen, darunter auch ein W186, der sogenannte Adenauer Mercedes, auf ihre Wiederbelebung. Und selbstverständlich ist Jürgen Schäfer auch für unsere 129er die richtige und kompetente Adresse, ist er doch mit diesem Modell - noch in Mercedes Diensten - groß geworden und kennt ihn in- und auswendig. Natürlich fährt er selbst auch einen…

Spät war’s inzwischen geworden und so wurde ein kleiner Rest vom Plan kurzerhand aufgegeben, zumal es Gerdi & Frank auch in persönlicher Angelegenheit nach Hause drängte. Gerade auch deswegen ein besonderer Dank an die Beiden. Es war wieder super, an einer Ausfahrt von euch teilgenommen zu haben! KFa

© RT Frankfurt 2018



Mal ein ganz anderes Thema:

Computerversteher-Seminar​

Referent: Kurt Faur • Datum: 10. März 2018

Zu einem Event der besonderen Art hatten sich ein gutes Dutzend RTler am frühen Samstagmorgen im wunderschönen Besprechungsraum von Walters Firma in Ober-Mörlen getroffen. Aber nicht nur die Räumlichkeit, auch die Präsentationstechnik und die Erfrischungen und die kleinen Naschereien — nur vom Feinsten!

Aber wie war es dazu gekommen, zumal das Thema ja eigentlich so gar nichts mit unseren Roadstern zu tun hatte? Kurz die Vorgeschichte:

„Sag’ mal, du kennst dich doch mit Computern aus…“ So oder ähnlich wird der Autor dieser Zeilen oft angesprochen. Meist steckt dahinter kein wirkliches Problem, sondern nur schlichte Unkenntnis, Berührungsangst oder die Befürchtung, etwas kaputt zu machen. Und dann gibt es ja auch noch die vielen Gefahren, die einem durch böse Buben drohen, wenn man nicht höllisch aufpasst beim Umgang mit seinem PC, Notebook Smartphone oder Tablet.

In der Summe führt diese Mischung aus Unkenntnis und Angst dazu, dass man sein tolles und teures Gerät nur zu geringen Bruchteilen nutzt und es so noch viel unrentabler macht. Hier einmal gründlich aufzuräumen und jedem Teilnehmer den Einstieg in die Beherrschung seiner „Höllenmaschine“ zu ermöglichen, war die Idee dieses Seminars. Der Autor hat mehr als 35 Jahre private und berufliche Erfahrung mit der Welt der Computer zusammengefasst und so war ein Angebot entstanden, welches auf großes Interesse bei den Teilnehmern stieß. Jedenfalls mussten die Stühle ordentlich zusammengerückt werden, damit jeder einen Platz am großen Besprechungstisch finden konnte. Man wollte und sollte sich schließlich Notizen in den verteilten Seminarunterlagen machen.

Um 10 Uhr ging’s los und das Ende war für etwa 16 Uhr geplant. So ist es dann auch - fast - gekommen. Anfänglich etwas zurückhaltend, aber dann immer munterer, wurde entlang der vorgetragenen Inhalte gefragt, kommentiert und diskutiert.

Zur Mittagspause hatten Inge und Walter für eine sehr leckere und reichlich bestückte Gulaschsuppe gesorgt, die in der Firmenkantine serviert wurde. Da hat sich jeder gern noch einen Nachschlag genehmigt.

Als „Dessert“ gab es einen äußerst interessanten und sehr objektiven Bildervortrag von Norbert zur aktuellen und spannenden Fragestellung, welche Alternativen es momentan zum Verbrennungsmotor gibt. Derzeit, so waren sich alle Teilnehmer einig, gibt es da noch keine klare Richtung, die man einschlagen kann. Bei allen Alternativen überwiegen die Nachteile noch bei weitem und es ist auch nicht ansatzweise erkennbar, wohin die Reise geht.

Danach dann der zweite Teil des Seminars, bei dem - da inhaltlich immer mehr der Praxis und aktueller Technik zugewandt - kräftig diskutiert und Erfahrung ausgetauscht wurde. So kam es auch, dass erst gegen 17 Uhr der letzte Präsentations-Chart aufleuchtete. Applaus, Applaus von allen für alle und für alles.

Kleiner Wermutstropfen: Offenbar war der Referent so aufgeregt und die Teilnehmer so gefesselt, dass keiner daran dachte, auch nur ein einziges Foto zu schiessen… KFa

© RT Frankfurt 2018



Die RT-Mitglieder bevorzugen die Kontinuität:

Wahl der RT-Leitung — das alte Team ist das neue​

Organisatoren: Pia Schlede & Klaus Wienhold • Datum: 2. Februar 2018

Natürlich wohnt jeder Wahl - zumindest bei den Kandidaten - eine gewisse Spannung inne. Aber da gab’s keine Überraschungen. Die sechzehn wahlberechtigten Clubmitglieder des gut besuchten RT-Abends votierten einstimmig: Kurt wurde zum RT-Leiter, Pia zur Stellvertreterin gewählt. Für weitere zwei Jahre erhielten sie den Auftrag, gemeinsam mit Gerhard die Geschicke des RT Frankfurt zu gestalten.

In ihrer alten und neuen Funktion gaben Pia und Kurt nach der Wahl einen Überblick über die schon fast vollständig mit geplanten Aktivitäten ausgestattete Saison 2018. Und auch neue Aufträge gab’s: Die Idee einer Sonnenwendfeier als Gegenpol zu unserer Weihnachtsfeier im Lamm soll in die Tat umgesetzt werden und auch zum neuen Clublokal ist das letzte Wort noch nicht gesprochen… KFa

© RT Frankfurt 2018



Das Jahr beginnt stimmungsvoll:

Gute RT-Tradition - Neujahrsempfang 2018

Organisatoren: Pia Schlede & Klaus Wienhold • Datum: 19. Januar 2018

Wenn ein Ereignis den Begriff „traditionell“ im Namen trägt, dann ist davon auszugehen, dass man es macht, wie und weil man es schon immer so gemacht hat.

Ja, auch unser Neujahrsempfang ist so eine Veranstaltung. Wie immer sehr gut besucht, wie immer nette Menschen, gutes Essen, angenehme Atmosphäre, guter Service und interessante Gespräche. Der Tradition entspricht auch, dass wir die Lokalität von Jahr zu Jahr wechseln. So waren wir heuer „beim Italiener“ zu Gast, dem Bistro Golf-Range in Frankfurt-Kalbach. Weit vor der vereinbarten Uhrzeit waren schon viele der fast 30 angemeldeten RT-Gäste anwesend und als um 19 Uhr der offizielle Teil begann, waren wir vollzählig und der Begrüßungssekt schon fast ausgetrunken.

Kurt nutzte die Gelegenheit seiner Begrüßung für einen kurzen Abriss über die jetzt endende Amtsperiode der RT-Leitung. Die vergangenen zwei Jahre waren prall gefüllt mit Ausfahrten und Ereignissen. Neben den regelmäßigen Clubabenden nahmen wir in den beiden Saisons vierzehn(!) Mal bei kürzeren oder längeren Ausfahrten die Straßen unter die Räder unserer Roadster. Roadsterlüften zu Saisonbeginn, SKATs zu Saisonende und dazwischen Tagestouren und mehrtägige Ausfahrten. Deren Höhepunkt: Unsere Jubiläumstour 2017 zum 15. Jahrestag der RT-Gründung nach Maishofen. Es wurde also jeden der vierzehn Saisonmonate etwas unternommen. Was für ein toller RT…

Ebenfalls der Tradition folgend wurde von Pia anschließend unser RT-Sparschwein geschlachtet. Die zu diesem Zweck von den RT-Mitgliedern unterjährig angesparten Beträge wurden zur Entlastung der Restaurantrechnungen der Teilnehmer „zweckgebunden rückerstattet“ ;-)

In der Folge widmeten wir uns alle ausgiebig dem sprichwörtlichen gemütlichen Beisammensein. Da die Tischaufstellung und auch leider die laute Raumakustik an diesem Abend Gespräche in großer Runde nicht zuließen, wurden fleißig Plätze getauscht und Unterhaltungen in kleiner Runde geführt.

Gefallen hat’s wohl allen, denn erst kurz vor Mitternacht wurde der RT-Pylon eingepackt, unser Leuchtschild ausgeschaltet und die letzten Teilnehmer traten ihren Heimweg an.

Weil uns bei unserem beliebten und bewährten Clublokal an der Sandelmühle doch nach zwei Jahren die Speisekarte etwas langweilig geworden war, wollen wir diesbezüglich für Abwechslung sorgen und uns probeweise künftig im Bistro Golf-Range zum Clubabend treffen. Weiterer Grund ist, dass - wie auch die Sandelmühle - das Bistro alle Anforderungen an ein RT-Clublokal erfüllt. Und das ist in der exponierten Lage unserer Region nur äußerst selten der Fall, zumal auch Stammtische oft nicht gerade zu den beliebtesten Gästen eines Wirts zählen.

Also - schaun mer mal… und: auf ein Neues :-) KFa

© RT Frankfurt 2018



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Letzte Änderung an dieser Seite: 06. Dec 2018 13:58:02 Uhr (Kurt Faur)