Regionaltreffen Frankfurt

Gründung: 2002

RT-Leiter: Kurt H. Faur

  069/505702
Regelmäßiges Treffen:  
Jeden ersten Freitag im Monat ab 19 Uhr
Lokalität:  
Hotel Friedberger Warte GmbH
Best Western Premier IB Hotel Friedberger Warte
Homburger Landstraße 4
60389 Frankfurt am Main

Tel.: +49 (0) 69/76 80 64 - 521
http://www.ibhotel-frankfurt.de/

15 Jahre Fahren • Feiern • Pflegen

Liebe Freundinnen und Freunde des gepflegten Genusses,

der RT Frankfurt besteht seit dem 20.2.02 und ist somit kaum jünger als unser Club, der ja bekanntlich Ende 2001 das Licht der Welt erblickte.

Er ist Zentrum und Heimat aller R129 Liebhaberinnen und Liebhaber der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Gemeinsam mit den Nachbar-RTs Darmstadt, Marburg und Aschaffenburg bieten wir allen Clubmitgliedern und Interessierten dieser großen Region kurze Wege zum Club vor Ort und eine herzliche, freundschaftliche Aufnahme. Und das alles nach dem Grundsatz:

Der RT ist das Beste vom Club!

Die Leitung des RT Frankfurt steht euch gern als Ansprechpartner zur Verfügung:

Kurt H. Faur (Ltr.)
Festnetz: 069-505702
E-Mail: kurt.faur@r129-club.de

Bernhard Zimmer (Stv., komm.)
Festnetz: 06032-83090
E-Mail: bernhard.zimmer@gmx.de

Gerhard Daum (Techn.)
Festnetz: 06142-82870
E-Mail: gerhard.daum@t-online.de





Kommende Clubabend-Termine:

  • 5. Juli 2019 - Ort siehe oben bzw. erfragen - Anmeldung zwingend!

  • 2. August 2019 - Ort siehe oben bzw. erfragen - Anmeldung erwünscht

  • 6. September - fällt wegen der RT-Ausfahrt in den Vinschgau aus



Thüringer Wald 2.0:

RT-Ausfahrt in den östlichen Thüringer Wald

Touridee & Organisation: Gerdi & Frank Hoffmann • Datum: 10. bis 12. Mai 2019

„Wir erkunden ein weiteres Stück verborgenes Deutschland“ So ist der Ausfahrtbericht von Gerhards Thüringen-Tour im Mai 2018 überschrieben. Das passt auch uneingeschränkt für diese Ausfahrt, wie ihr lesen werdet.

Um gleich mal dreist rauszuplatzen: Es war eine Ausfahrt der Superlativen! So, jetzt aber gemach, gemach und schön der Reihe nach.

Angefangen hatte es im vergangenen Jahr, als Frank bei mir anfragte, ob eine weitere Ausfahrt in den Thüringer Wald überhaupt Aussicht auf Teilnehmer hätte. Er und Gerdi wären da am Zweifeln und das auch, weil wir ja erst im Mai dort waren. Aber da konnte ich die beiden beruhigen, endete mein damaliger Ausfahrtbericht doch mit der Aussage: „Ich hätte vorher nie vermutet, dass der Thüringer Wald und seine Sehenswürdigkeiten so schön sind. Da muss man einfach noch einmal hinfahren…“ Damit waren die ersten Bedenken schnell beiseite geräumt und Gerdi & Frank legten los. Nun, wer die beiden kennt, weiss, dass die dann nicht mehr zu bremsen sind. Als mich der erste Tourentwurf erreichte, musste ich mich ratlos am Hinterkopf kratzen. Wo die hinfahren wollten, davon hatte ich noch nie gehört. Übernachtet werden sollte in einem „Waldhotel am Stausee (ohne Adresse)“ und es sollte in das „Thüringer Schiefergebirge“ und „rund um die Stauseen der Saale-Kaskade“ gehen. Entweder kam das in meiner Klasse in Erdkunde nicht vor oder ich hatte es verpennt. Vermutlich kam’s nicht vor, denn die „Ostzone“ fand zu meiner Zeit in der Schule nicht statt.

Also Google gefragt. Und siehe da, das Hotel gab’s tatsächlich und es lag am Hang an einem der Stauseen, die da einer am andern durch die Landschaft mäandern. Drumherum nur Wald und kleine Käffer, deren Name kein Mensch hier je gehört hat. So jedenfalls klärte mich die Satelliten-Perspektive schnell auf und setzte mich ins Bild. Bei thüringen.info konnte ich noch nachlesen, dass der Fluß Saale ab 1932 zur Energiegewinnung und zum Hochwasserschutz künstlich angestaut wurde. So entstand die Saalekaskade mit zusammen 5 Stauanlagen und insgesamt 70 km Staulänge. Sie ist damit eines der größten künstlichen Gewässer Europas. Wow — sehr beeindruckend und in der Tat weitgehend total unbekannt, wie es sich auch später bei den RTlern herausstellte. Also kam’s im Gymnasium wohl damals auch nicht vor…

Läuft also. So wurden flugs letzte Zweifel bei Gerdi & Frank ausgeräumt und die Detailplanung konnte beginnen. Da waren sie dann ganz in ihrem Metier und präsentierten uns recht bald die offizielle Ausschreibung — einfach ein Sahnestückchen.

Das sahen wohl viele RTler auch so und ratzfatz liefen die Anmeldungen bei den beiden auf. Etwa zehn Roadster hatten sie geplant, mehr ganz sicher nicht. Bis dreizehn, vierzehn drückten sie noch ein und dann beide Augen zu, wurden aber schon leicht nervös. Bei der fünfzehnten und sechzehnten Anmeldung musste ich dann stark beruhigend auf sie einwirken, denn es gab erste Ohnmachtsanzeichen. Die nachzügelnd angefragte siebzehnte Anmeldung war dann aber eigentlich ein No-Go. Es ging nur, weil ich persönlich die Verantwortung dafür übernehmen würde, falls es mit so vielen Fahrzeugen in die Hose gehen würde (Spass…). Die beiden waren fix und fertig. Aber Respekt, siebzehn teilnehmende Fahrzeuge — damit führen Gerdi & Frank ab jetzt die RT-Ausfahrten in meiner Zeit als RT-Leiter als die mit den meisten Teilnehmern an! Tja, wer solche Ausfahrten anbietet, darf sich dann nicht wundern, wenn auch jemand mitfahren möchte ;-)

Um’s vorweg zu nehmen, alles ging sehr gut, denn a) hatten wir für die lange Fahrzeugkolonne einige Restriktionen eingebaut. Selbst wenn man ganz eng zusammen fährt, wäre die Kolonne mindestens 100 Meter lang gewesen. Das ist aber wohl ein rein theoretischer Wert, denn in der Praxis waren es mindestens 200 Meter oder mehr, wenn’s gut lief. Und b) ein Teilnehmer sagte noch ganz kurzfristig ab, so dass es dann doch im von Frank & Gerdi genehmigten Rahmen blieb.

Das also war Superlative eins. Dann Superlative zwei: Je näher der Termin der Ausfahrt kam, umso sorgenvoller wurde die Wetterprognose beäugt. Alle bemühten Wetterapps waren sich dann aber leider einig: Die angekündigte Wetterfarbe war grusligstes grau. Und am zweiten Tag Regen, Regen, Regen. Wenigstens waren da überdachte Besichtigungen vorgesehen… Nur der dritte Tag machte Hoffnung auf etwas blauen Himmel und so kam’s dann auch. Sogar die Dächer konnten geöffnet werden. Das nenne ich mal eine kleine Superlative, denn bei schönem Wetter kann jeder tolle Ausfahrten machen. Aber bei dem Wetter…

Dann purzelten die Superlativen nur so: Dreizehn Seiten Roadbook, um das pralle Programm „nur in Stichworten“ zu beschreiben. So war dann auch der Ablauf der Ausfahrt nicht wie üblich „Anreisetag — Programmtag(e) — Abreisetag. Nein, am Anreisetag war bereits um 9:30 Uhr das Treffen am Autohof Schlüchtern angesagt. Und ab da kam Programm. Also, aufsitzen und los.

Doch Stopp, erst gab’s noch was Neues. Wie oben schon angedeutet, mussten für die vielen Fahrzeuge in der Kolonne zwingend einige Bedingungen von den Fahrern eingehalten werden. Ausser den üblichen und möglichst einzuhaltenden Regeln wie geringe Abstände, zufällige, dann aber möglichst einzuhaltende Reihenfolge etc. hatte ich diesmal die Reihenfolge der Fahrzeuge in der Kolonne vorab verbindlich nach bestimmten Kriterien festgelegt. Dazu erhielt jedes Fahrzeug eine eigene Startnummer, die innen an der Frontscheibe anzubringen war. Damit war von Beginn an unzweifelhaft klar, wer sich wo einzureihen hatte. Diese „Bevormundung“ wurde zwar nicht von allen Teams mit Begeisterung aufgenommen, aber ich wusste was ich tat und hatte gute Gründe. Das soll ja auch nicht bei allen kommenden Ausfahrten so sein, sondern nur wenn es nötig und sinnvoll ist. Nach meinem Fazit hat sich diese Vorgehensweise aber gut bewährt, auch wenn wir nach wie vor an den teilweise unterwegs auftretenden viel zu großen Abständen zwischen den Fahrzeugen noch arbeiten müssen. Da geht noch was, ganz sicher ;-) Bei dieser Gelegenheit mal ein ganz besonderer Dank an unser sehr bewährtes Team im Schlussfahrzeug. Christof & Somi sorgen stets wie selbstverständlich, unaufgeregt und mit stoischer Ruhe am Ende der Kolonne dafür, dass keiner auf Abwege gerät und „hinten“ alles sicher ist. Und wer schonmal ganz hinten gefahren ist, der weiss, dass das nicht gerade das pure Vergnügen ist. Hut ab, tiefe Verbeugung und großes Dankeschön!

So, jetzt aber ohne weitere Verzögerung los und ab „in den wilden Osten“. So war der erste Tag auch im Roadbook überschrieben. Die Autobahn war recht bald überstanden und blieb das auch bis zur Rückfahrt. Angepasstes Dauercruisen war angesagt. So konnte man auch als Fahrer sehr genussvoll reisen und hatte nicht nur den Straßenverlauf und dessen Begrenzungen im Blickfeld. Auch mal sehr schön.

Doch nur träumen und sich den eigenen Gedanken hingeben war auch nicht: Um Punkt 14 Uhr hatten wir zum ersten Besichtigungsstopp anzutreten. Die Oberweißbacher Bergbahn erwartete uns zur Bergfahrt. Die Standseilbahn wurde vor 100 Jahren erdacht und ist seit 1921 in Betrieb. Zunächst als Güterbahn geplant und eingesetzt wartet sie mit der Superlative auf, steilste Standseilbahn zum Transport normalspuriger Eisenbahnwagen zu sein. Denn, so war die ursprüngliche Idee, mit dem Ding sollten normale Güterwagen vom Tal auf kürzestem Weg zur Bergstation und zurück transportiert werden. So macht sie seit damals brav ihre Arbeit, beförderte recht bald auch Passagiere und wechselte im Laufe der Zeit mehrfach den Besitzer. Heute zum Streckennetz der Deutschen Bundesbahn gehörend wurde sie um 2002 umfangreich rekonstruiert und in ihren heutigen perfekten Zustand versetzt. Bemerkenswert die Fahrgastzahlen: 2016 waren es 164.500 Fahrgäste. 1988 transportierte sie jedoch vergleichsweise gigantische 790.000 Fahrgäste! Wie das? Nun, Thüringen war eines der Haupturlaubsgebiete der DDR… und bei uns nach wie vor relativ unbekannt. Wir fuhren im geschlossenen Aufsatzwagen, also einem „normalen“ Personenwagen, der auf der Güterbühne steht, die die Schräge des Hangs ausgleicht. Ausser dem „Cabrio“ (das gleiche Ding, nur ohne Dach) gibt’s noch den Personenwagen, der so „schräg“ gebaut ist, dass er direkt ohne Güterbühne auf dem Hang bzw. den Schienen fahren kann. Das Cabrio fuhr leider bei dem Wetter nicht und den schrägen Personenwagen haben wir verpasst, weil wir uns an der Bergstation im „Bistropa“, einem zur Gaststätte umgebauten Reisezugwagen, bei Kaffee und Kuchen lümmelten. Das war schon mal interessant und sehenswert. Gemütlich ging’s weiter durch die Lande auf schönen Strecken. Hätte nur das Wetter… aber lassen wir das. Auffallend war - und das während fast der ganzen Tour - der Zustand der Orte und der Baulichkeiten. Hier meine ich nicht, dass das schmuddelige DDR-Einheitsgrau der Fassaden mittlerweile fast verschwunden ist und vieles sehr schön und oft auch sehr farbig rausgeputzt wurde. Nein, den Gebäuden sieht man an, dass zur Zeit ihrer Entstehung vor langer Zeit hier wohl niemand am Hungertuch genagt hat. Alles sehr gediegene Bauwerke, die einen recht passablen Wohlstand ihrer Erbauer repräsentieren.

Ein Stopp, der nicht im Programm stand, ließ die Leckermäuler und Schnäppchenjäger in uns jubilieren. In Saalfeld wurde das geradezu gigantisch anmutende Saalfelder Schokoladenwerk angesteuert. Seit 1901 wird da Schokolade hergestellt. Zunächst von den Berliner Gebrüdern Mauxion und während der DDR-Zeit von einem VEB. Der hat dort u.a. Tafelschokolade unter dem Markennamen „Rotstern“ hergestellt, die in der DDR einen Marktanteil von 95% hatte. Seit 1991 residiert dort Stollwerck und produziert unter den Markennamen Stollwerck, Sprengel, und Waldbaur. Und wohl auch Sarotti, denn kurz vor Ladenschluss erreichten wir die beiden Werksverkäufe und konnten in den leckersten Süßwaren schwelgen. In beiden Läden wurde ordentlich zugeschlagen. Es mussten sogar Taschen für den Transport gekauft werden, denn die Einkäufe waren teilweise einfach zu viel für die Hosen- Jacken- oder Handtasche. Zum Glück war das Wetter nicht so warm, dass die Leckereien im Kofferraum anfingen zu schmelzen und zu verderben. Tja, so ist das mit dem Wetter ;-)

Das Tagesziel war unser Hotel, welches wir dann auch wie geplant erreichten. Ein Haus mit wechselvoller Geschichte, dem man alles in allem einen gewissen DDR-Nostalgiecharme nicht absprechen konnte ;-)

Gespeist, genächtigt, gefrühstückt; heute erwarteten uns „kleine Leute“ und „scharfe Kurven“. Besichtigungsziel des Tages war Schloß Heidecksburg. Kannte auch keiner. Frank & Gerdi überlassen bekanntlich nichts dem Zufall und so war es nur „normal“, dass wir unsere Roadster exklusiv im Schlosshof parken durften. Eine beeindruckende Reihe bildschöner Cabrios. Hier zeigte sich die große Teilnehmerzahl von einer ihrer besten Seiten.

Im Schloss waren der Besuch einer kleinen Porzellanausstellung, eine Führung durch das Residenzschloss und - die angekündigte Attraktion - der Besuch von „Rococo en miniature — barockes Hofleben in bezaubernder Phantasiewelt“ vorgesehen. Liest sich jetzt recht gewöhnlich… fehlte nur noch die übliche angeschlossene Oldtimer-Ausstellung ;-)

Aber nein, das war frech. Ich nehm’s zurück. Zugegeben, die Porzellanausstellung war was für Fans und die Schlossführung eher gewöhnlich, aber das Schloss befindet sich in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand, hat außergewöhnliche Prunkräume zu bieten und ist so betrachtet doch vergleichsweise interessant und sehenswert. Aber der Knaller (Superlative fünf) war die Ausstellung „Rokoko en miniature“. Das muss man gesehen haben, einfach genial und absolut einmalig!

Im ehemaligen Gewölbe der fürstlichen Hofküche wird gezeigt und ausgestellt, was sich zwei total abgedrehte „Ossis“ (das meine ich keineswegs despektierlich, erwähne es aber bewusst, weil das im westlichen Überfluss sicher nicht so entstanden wäre) hier im Laufe von etwa 50 Jahren in gemeinsamen Rollenspielen und in ihrer absolut genialen Fantasie ausgedacht haben. Irgendwie sind bzw. waren das gespaltene Persönlichkeiten, aber wohl im besten Sinne. Und weil Gedanken so schlecht zu sehen und der Nachwelt zu erhalten sind, haben die das alles im Maßstab 1:50 in die Realität umgesetzt. Alles, wirklich alles! Eine höfische Fantasiewelt im Stile des 18. Jahrhunderts mit allem Drum und Dran und jedem erdenklichen Detail. Und alles nur aus Gips und Leim gemacht. Ich versuche erst gar nicht, hier zu beschreiben, was man da nur ehrfurchtsvoll und voller Begeisterung bewundern kann. Es ist einfach unvorstellbar und sensationell! Man könnte viele Tage dort verbringen und hätte noch nicht einen Bruchteil der gebotenen Vielfalt und der Details entdeckt. Da gleicht keine Figur der anderen, kein Gesichtsausdruck wiederholt sich, jede Geste, jede Gebärde entspricht ganz deutlich und absolut treffend der dargestellten Szenerie… irre.

Da war das anschliessende Mittagessen im nahen Restaurant fast nur Nebensache, so begeistert hat man sich dabei über die kleine bezaubernde Rokokowelt unterhalten.

Der Nachmittag wurde dann prinzipiell für die Rückfahrt ins Hotel verwendet. Kaffeepause inclusive. Aber nicht einfach belanglos und nur dem Ziel dienend, sondern es ging ans Meer… ;-) und das wieder über schöne Straßen und Sträßchen. Und herrliche Kurven natürlich, wie angekündigt. Die vorhandenen Sehenswürdigkeiten auf diesem Teilstück gaben sich leider recht verschlossen, was dem grauen Wetter geschuldet war, aber auch der Tatsache, dass fast nichts der Stausee-Region von der Straße aus sichtbar wird. Tourismus hatten die Erbauer der Stauseen offenbar damals nicht im Sinn.

Abreisetag, Sonntag, Muttertag. Doch mit gemütlich ausschlafen und Frühstück ans Bett hatten sich die Mütter verrechnet. Den Vätern ist das jetzt nicht soo aufgefallen, gell? Der Plan forderte stramm um 9:15 Uhr Abfahrt vom Hotelparkplatz! Heimreise zwar, aber natürlich noch reichlich gefüllt mit Programm.

Noch eine Besichtigung war vorgesehen. In Saalfeld gibt es, resultierend aus früherer Bergbautätigkeit, ein ehemaliges Alaunschieferbergwerk zu besichtigen, in dem um 1544 mit dem Erzabbau begonnen wurde. Das ging bis 1760 so. Im Jahre 1910 wurde der Stollen des fast vergessenen Bergwerks wiederentdeckt und zum touristischen Schaubergwerk umgewidmet, welches u.a. die farbenreichsten Schaugrotten der Welt zu bieten hat. Das Ganze präsentiert sich heute bildschön im Stil der 1920er Jahre. Aha, Superlative 6.

Unser Bergwerk-Führer erwartete uns am unscheinbaren Eingang zu den Stollen, erklärte uns die Besonderheiten der Führung und staffierte uns mit lustigen Capes und Mützchen aus. Das diene dem Schutz vor Verschmutzung und müsse ausserdem zur Sicherheit unter Tage so sein. Vor allem das Mützchen müsse immer stramm stehen… Na gut, los ging’s. Lange Stollen, hohe Stollen, niedrige Stollen, ganz niedrige Stollen, enge Stollen, breite Stollen und einige Stopps mit wirklich guten und interessanten Erläuterungen aus der Zeit, in der das Bergwerk noch in Betrieb war. Schlimme Zeiten müssen das gewesen sein. Die Männer wurden nicht alt, blieben wegen des ständigen Aufenthalts in der Finsternis kleinwüchsig und Kinderarbeit war an der Tagesordnung. Und gestorben sind sie auch alle recht früh. Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Schlimm, aber nun heisst das Ding heute „Erlebniswelt Feengrotten“ und stellt eine komplett andere Untertagewelt dar. Ziel der Führung ist der „Märchendom“, eine ehemalige Abbaustelle, die ähnlich wie eine klassische Tropfsteinhöhle zu ihrer jetzigen Form und zur Schaugrotte „gewachsen“ ist. Alles aber in wesentlich kürzerer Zeit und daher u.a. auch in der einmaligen Farbenvielfalt (mehr als 100 Brauntöne), die auf das dort vorherrschende eisen- und mineralreiche Milieu zurückzuführen ist. Damit man den tollen Eindruck im Märchendom nicht nur mit den Augen geniessen kann, spielt man dazu noch sphärische Klänge von Enya ab und taucht das Ganze in ein prächtiges Lichtspiel. Man lauscht, guckt und ist beeindruckt und begeistert. Zum Ausgang darf man dann sogar alleine gehen… Den sich dort vielfältig aufdrängenden Fernost-Andenkenkram lässt man besser liegen. So hat man auch das Geld gespart, welches man viel besser in eine leckere Thüringer Bratwurst vom Rost investieren kann, denn ne Thüringer geht immer.

Weiter ging’s Richtung Heimat. Doch es stand noch eine abenteuerliche Kaffee- und Kuchenpause an. Die Strecke dahin wieder über sehr schöne Straßen und sogar das Wetter wurde zunehmend besser und sonniger. Dächer auf! Dabei fiel ins Auge, dass die Gebäude in den Orten, die wir passierten, zunehmend und teilweise ausschliesslich mit schwarzem Schiefer verkleidet waren. Aha — Thüringer Schiefergebirge. Das war schon einigermaßen exotisch für unsere Fachwerk gewohnten Augen. Und manchmal wirkte es fast finster und bedrohlich, alles so ganz in schwarz. Dann das Abenteuer: Die Kaffeetische für uns hatten Gerdi & Frank im Turmcafé des Hessensaals im Schloss Elisabethenburg der Stadt Meiningen reserviert. Und natürlich durften wir wieder ganz exklusiv im Schlosshof parken, wo sonst. So weit - so gut. Um nun in diesen Schlosshof zu gelangen musste eine schwierige und gefährliche Hürde genommen werden. Im wahrsten Sinn des Wortes. Die Einfahrt zum Hof war mit einem sehr mächtigen und versenkbaren Pfosten versperrt. Dieser Pfosten, so warnte man uns, sei so stabil und die Hubkraft so stark, dass er problemlos ein darüber befindliches Fahrzeug in die Höhe katapultieren könne. Gerdi hatte in Anbetracht dieser potenziellen Gefahr eine schlaflose Nacht hinter sich gebracht… Denn, dieser Pfosten wurde am Wochenende von einem Pförtner des Schlosses bedient, der diesen zwar ferngesteuert öffnen, aber nicht einsehen und kontrollieren konnte. Und da dieser gefährliche Pfosten nach einer gewissen Zeit wieder nach oben fuhr, ohne dass er darauf Einfluss nehmen konnte, war die Aufregung und Anspannung im Vorfeld erheblich. Es wurde vielfältig diskutiert, wie man es nun machen solle, damit keiner auf den Pfosten geriet. Da jedoch keiner die Tücke konkret einschätzen konnte, blieb nichts anderes übrig, als es mutig anzugehen. Der wichtigste aller Hinweise lautete: Solange die Ampel grün leuchtet, ist der Pfosten unten; bei rot sofort stoppen, sonst… Also los. Frank war der erste am Pfosten. Anruf beim Pförtner und schwups, Ampel grün und Pfosten im Boden versunken. Frank gab mutig Gas und war durch. Dann Peter. Der traute dem Frieden ganz und gar nicht, was in Anbetracht des zu befürchtenden Horrorszenarions mehr als verständlich war und wollte besser sicher die nächste Grünphase abwarten. Die kam aber lange nicht und erst nach mehrfachem nachdrücklichen Auffordern und Durchwinken startete der dann doch sehr widerwillig und hätte vermutlich fast… aber alles ging gut. Der Pfosten blieb überraschend sehr lange unten und wir hatten wohl nur eine Rotphase, bis alle gut und sicher im Hof angekommen waren und im Rondell parkten. Na, das war doch gar nicht so schlimm…

Das Turmcafé im barocken Hessensaal des Schlosses war dann noch eine Offenbarung, gilt es doch als eines der schönsten Museumsrestaurants Deutschlands (Superlative…!?). Und sogar das Speisenangebot war sehr lecker. Was will man mehr?

Ausgeruht und auch wieder erleichtert, dass uns der Pfosten nicht zu nahe gekommen war (bei der Ausfahrt fuhr der einfach ganz banal alleine runter und blieb auch da…), traten wir dann endgültig den Heimweg an. Es ging noch durch die schöne Rhön (im August wollen wir wieder da sein, wenn es nach Hohenroda zum offenen SL-Treffen geht) und zum Ende wieder auf die Autobahn und zurück bis zur Raststätte Distelrasen, quasi unserem Startpunkt an der A66. Zitat aus dem Roadbook: „Evtl. Rückgabe der Funkgeräte, Bussi - Bussi und Tschüssssss…“

Ja, so war das. Genau so. Es hat sich wirklich gelohnt und Gerdi & Frank sei ein dreifaches Hoch auf diese tolle Ausfahrt. Bedankt hatten sich alle schon unterwegs sehr herzlich. Wie dieser Bericht eindrucksvoll belegt, waren es drei Tage voll mit Ereignissen und Erlebnissen. Und trotzdem lief es ganz ohne Hektik, Nörgelei und Aufregungen. Toll, das hat mir sehr gefallen. Ich habe zwar eine Vermutung, weshalb das so war, aber das ist eine ganz andere Geschichte ;-)

Ach — noch was: Habe ich eigentlich erwähnt, dass es unterwegs natürlich stets ausreichend Pipi-Pausen gab? Nein? Aber das muss man bei Gerdi & Frank auch gar nicht mehr erwähnen ;-))

KFa

© RT Frankfurt 2019



Roadsterlüften 2019:

Zu Gast beim RT Heilbronn

Koordination: Bernhard & Elisabeth Zimmer • Datum: 27. und 28. April 2019

April, das ist der Monat, in dem wir unsere Roadster wieder aus der Winterpause erwecken und bei möglichst cabriotauglichem Wetter zu einer ersten RT-Ausfahrt starten. Wir nennen das Roadsterlüften. Sieben Roadster mit zwölf Personen Besatzung starteten erwartungsvoll zum Lüften. Nun liegt es bekanntlich in der Natur der Sache, dass das Wetter im April… Sonnig war’s zwar meist, aber auch Regenschauer und vor allem wenig einladende Temperaturen liessen die Luft dann doch nur durch die Lüftungskanäle in die Autos strömen. Na ja - so wurde wenigstens eventueller Winterstaub von den Stoffdächern gewaschen und geweht.

Mit der Organisation unserer Ausfahrt haben wir es uns diesmal vergleichsweise einfach gemacht: Der RT Heilbronn hatte zu einem wahren Megajubiläum eingeladen: 15 Jahre RT Heilbronn und 10 Jahre Garage/Werkstatt/Saccos in Oppenweiler und natürlich 30 Jahre R129. Da das vom Termin her wunderbar zu unserem Roadsterlüften passte, wurde die Einladung kurzerhand angenommen und auch das Angebot zur Übernachtung beim Clubfreund Roland in dessen Hotel Gasthof Löwen in Mainhardt. Bernhard hat unsere Teilnahme koordiniert und so ging’s früh los, auf direktem Weg nach Stuttgart. Ab 9 Uhr konnten wir auf dem extra für diesen Event für uns reservierten Museumshügel vor dem Mercedes-Benz Museum eintreffen und unsere SLs schön aufreihen. Der Andrang war sensationell: Etwa 80 R129 fanden sich nach und nach ein. Was für ein imposanter Anblick. Man traf alte Bekannte wieder, unterhielt sich nett und führte - natürlich - Benzingespräche. Karl begrüßte als Gastgeber die vielen Teilnehmer, über die er sich sehr freute, und gab einen Überblick über die geplanten „Feierlichkeiten“. Dem folgend wurde zunächst der Ort genutzt und ein Besuch des Mercedes-Benz Museums ermöglicht. Mit Clubkarte sogar bei freiem Eintritt.

Wer das Museum schon kannte, besuchte den Museumsshop oder machte es sich im Bistro gemütlich. Es war genügend Zeit für alle Interessen, denn erst gegen 13 Uhr war die Abfahrt zur Clubgarage geplant. Ich habe die Gelegenheit genutzt und das Museum besucht, da ich das noch nicht kannte. Der Plan ist, dass man mit dem Aufzug zu Beginn ganz nach oben fährt und dann spiralförmig durch die Ausstellung nach unten schlendert. Dieser Plan macht am Anfang auch einen ganz guten Eindruck. Der erste Motor von Gottlieb Daimler, die ersten Fahrzeuge (teilweise sogar Originale!) und so, erwartet man, würde es einigermaßen chronologisch weiter gehen. Die Zeitreise endet jedoch recht bald und man sieht sich willkürlich angeordnet erscheinenden Themenwelten ausgesetzt. Auch der anfänglich überschaubar und leitend erscheinende Weg nach unten verliert - auch architektonisch - seine Ordnung und so steht man irgendwann an einer Treppe in einer der Themenwelten und kann nicht so recht erkennen, wo und wie es weitergeht. Man möchte ja auch möglichst alles sehen. Na ja, so schlendert man weiter, bleibt hier und da stehen, lässt vieles links liegen und hat den Audioguide längst abgeschaltet. Gut, die Exponate sind schon sehr sehenswert und auch interessant und werden allesamt in einem hervorragenden Zustand präsentiert… aber irgendwie hatte ich mehr erwartet. Besonders auch zum R129, der ja immerhin in diesem Jahr 30 Jahre alt wird. Doch das war - bis auf zwei Exemplare mit prominenter Vergangenheit (offenbar als Dauerausstellung) Fehlanzeige. Oder waren’s drei? Ich weiss es nicht mehr. Na gut, Museum abgehakt.

Dann auf zur Clubgarage nach Oppenweiler. Mit exakter Wegbeschreibung und Einweisern vor Ort klappte das problemlos. Ich zitiere jetzt mal Karls Hinweise zu den festlichen Aktivitäten: „Bis alle Autos da sind, einfach hinsetzten, plaudern und die Garage anschauen. Es gibt Kaffee und Kuchen und wir stoßen auf unseren RT und die Garage an. Abfahrt zum Löwen frühestens gegen 17 Uhr.“ So war’s dann auch. Die Heilbronner hatten alles sehr schön vorbereitet, wir setzten uns an die vorbereitete Kaffeetafel, genossen Kaffe und Kuchen, plauderten und sahen uns in der Garage und im „Saccos“ um. Sehr schön. Beneidenswert. Das ganze Objekt ist großzügig angelegt und bietet sehr viel Platz für Wartung und Reparatur. Dazu recht professionell ausgestattet. Und auch das „Saccos“ als Räumlichkeit für gemütliche Treffen und interessante Veranstaltungen macht neidisch. Aber - gibt Karl zu Bedenken - das Ganze macht auch sehr viel Arbeit…

Der Abend naht, Zeit zum Aufbruch zur Abendveranstaltung und für die Auswärtigen zur Übernachtung nach Mainhardt in den Löwen. Der Weg dahin war dann mit: „Bitte nicht nach Navi fahren! Es geht durch engste, schönste Sträßchen des Mainhardter Waldes.“ beschrieben und die Strecke war in der Tat ein Höhepunkt. Wunderschön und nur von Einheimischen so zu planen. Lustige Anekdote: Wir waren zwar alle als ein Konvoi bei der Garage gestartet, aber irgendwo unterwegs war unserem Volker der Vordermann abhanden gekommen. So führte er plötzlich etwa die Hälfte des Konvois an… Die Frankfurter hatten ihre Funken angeschaltet und über Funk waren wir dann auch reichlich konfus. Volker hat dann doch sein Navi in Anschlag gebracht. Das klappte auch problemlos und wir kamen gut im Löwen an. Dass wir zum Ende vermutlich eine andere Strecke als Karl gefahren waren, hat der „zweite“ Konvoi wohl gar nicht bemerkt.

Das Abendprogramm sah vor, dass es eine Begrüßung und Präsentationen zu „10 Jahre Garage Oppenweiler“, und „15 Jahre RT Heilbronn“ gab. Und natürlich etwas zu essen. Ausser, dass der uns bekannte Zeitablauf wohl etwas nach vorn verschoben worden war und wir den Beginn der ersten Präsentation nicht mitbekamen, verlief alles nach Plan. Die Präsentationen waren sehr interessant und spannend, besonders auch der Bericht über den erheblichen Schaden, den die Garage erleiden musste, als der an ihr vorbeiführende Bach bei einem Unwetter jäh über das Ufer trat und so ziemlich alles unter Wasser und Schlamm gesetzt hatte. Karl und Wolfgang moderierten und führten spannend und launig durch das Programm. Respekt und großer Applaus. Sehr gelungen.

Das war nun der erste Tag unseres Roadsterlüftens, bei dem wir uns in „fremde“ Hände begeben hatten und viel Freude dabei hatten. Für die Rückfahrt kam nun die Planung von Bernhard zum Einsatz. Er und Elisabeth hatten sich für uns einen schönen Rückweg nach Hause ausgedacht. Und der ging so: Abfahrt halb zehn in Mainhardt, ca. einstündige Fahrt über Landstraßen nach Langenburg. Besuch des Deutschen Automuseums im Schloss und Spaziergang durch die Kleinstadt. Anschliessend ca. anderthalb Stunden Fahrt über Landstraßen nach Miltenberg mit Stadtbummel und Stärkung. Von dort aus individuelle Heimfahrt.

Ja, das haben wir dann auch so gemacht. Zum Automuseum muss ich hier nicht viel schreiben; da waren wir - was Bernhard aber nicht wusste - im Oktober letzten Jahres. Es war aber trotzdem nicht langweilig, da andere Exponate ausgestellt waren. Beim Spaziergang durch Langenburg sollte das auch im Oktober aufgesuchte Kaffee besucht werden. Hat aber nicht geklappt, da noch geschlossen, was aber die, die im Oktober da waren, nicht enttäuschte… Dafür gab es besten Ersatz in einem an der weiteren Streckenführung liegenden Kaffee, an dessen Ort und Name ich mich nicht mehr erinnere. Aber was ich nicht vergessen habe, war die einmalig lange und voll mit feinsten Konditoreierzeugnissen ausgestattete Kuchentheke. Die war bestimmt fünf bis sechs Meter lang. Wir hatten die berühmte Qual der Wahl… Dann Miltenberg. Gleicher Parkplatz wie im Oktober. Aber diesmal ein gemütlicher Bummel durch die beschauliche Altstadt von Miltenberg bei schönstem Sonnenschein. Da die leckere Stärkung des vorangegangenen Kaffeeaufenthalts noch gut anhielt, liessen wir es mit einem Besuch der Örtlichkeiten im Rathaus bewenden.

Was aber unbedingt noch und sehr lobend erwähnt werden muss, ist die wunderbare Streckenführung, die sich Elisabeth und Bernhard für diesen Tag ausgedacht hatten. Man merkte, dass da Insider am Werk waren. Mehrspurige Straßen waren die Ausnahme. Einfach wunderschön und sehr idyllisch. Wäre jetzt die Temperatur noch zum Offenfahren geeignet gewesen, hätte man das nicht mehr toppen können. Fazit: Alles gut und super für die, die dabei waren. Danke an alle Aktiven!

KFa

© RT Frankfurt 2019



Neujahrsempfang 2019:

Schön blöd

Organisation: nicht archiviert • Datum: unwichtig • Örtlichkeit: aus der Erinnerung gelöscht

Soll ich, soll ich nicht...? Eigentlich nicht, denn der Neujahrsempfang war einfach rundum nur ärgerlich. Der Chronist in mir ermahnt mich zwar zur Neutralität und ruft mich zur Pflicht, aber nein, da wäre jedes Wort zu viel. Dass nun doch etwas erscheint, ist einem mir erst dieser Tage ohne Absender zugespielten Aufsatz eines offensichtlichen Augenzeugen geschuldet, der mir zwar recht treffend erscheint, aber doch wohl der Satire zuzuordnen ist. Das glaube ich jedenfalls. Also bitte, der Bericht. Hoffentlich habe ich alles korrekt transkribiert, denn das Original ist mit einer kaum lesbaren Sauklaue geschrieben.

Guude!

Also, isch mussema was loswern. Isch bin ja sonsd ned aaner, der wo rumschwädst, abber isch hab soooon Hals, ehrlisch.

Mei Fraa un isch, mir warn zum Neujahrsempfang von unserm SL-Club ingelade. Wie immer sinn mer nadierlisch hiegegange, weils sisch geheerd un es da aach immer reschd schee is. Mer warn reschd zeidisch da un konnde uns die beste Plätz aussuche. Dass der reservierde Disch e bissi klaa war, had uns zwar gewunnerd, abber mer habbe uns weider kaa Gedange gemachd. Die Leud wern diesma ihr Gründ gehabt habbe, dasse ned komme wollde.

So naach un naach kaame die wenische annern Clubfreunde aach un habbe sisch hiegehoggd. Zum Schluss kaame noch zwa, die habbe Gesischter gemacht, als häddese grad Goggebrie gesoffe. Die habbe aach kaam die Hand gegebbe un e guudes Neues gewinscht, wie mer des eischendlisch beim Neujahrsepfang so mäscht. Na ja - isch hab mer weider nix beeses gadachd un misch weider mid meim Dischnachbarn unnerhalde. Es ging dann aach weider, wie mers kennd. Es gab e Glässche Segd uff de RD un aach e paar Häppscher. Unsern RD-Leider sprach e paar wame Worde un dann solds gemiedlisch weidergehe. Mei Fraa un isch un die annern habbe Esse besteld un weider... was soll mer saache, nix besonneres - eischendlisch.

Dann kam des Esse un isch hab meine Aache ned gedraud. Wie die meissde hat isch e Wiener Schnitzel bestelld. Des Lokal had exdra fer uns e klaa Speisekard uffgeschribbe. Da war ned viel brauchbares druff, abber die Preise warn dadefer seehr gehoobe, wie isch maan. Fer des Schnitzel hattese zwaanzwanzisch Euro uffgerufe. Gud, dadefer solds aach Kalbflaasch sei. Na ja, wanns wenischsdens gud is, wolle mer ned maule.

Des wars abber ned! Naa, garned. Was uns der Kochlaie da uff de Deller gelescht had, had ausgesehe wie zwaa klaane panierde Flaaschbröggelscher un dadezu ebbes, was eischendlisch Braadkardoffel sei sollde. Abber ganz ehrlisch, so Braadkardoffel hab isch mei ganz Leebe noch net gesehe. Mer konnt zwar erkenne, dass des ma Kardoffel warn, abber der Geisdesabwesende am Herd had die zu was wern lasse, was eher wie Grillkohl ausgesehe had. Des ganze Esse war e aanzisch Zumudung. Mer is ja immer widder bleed. Mer hädde den ganze Schmodder zurickgehe lasse solle. Aber naa, da mescht mer kaan Uffstand und fängt hald doch aa ze esse. Gud, des Flaasch un de Goggesalaad konnt mer esse, mehr abber aach ned. Die verkoggelde Kardoffel habbe abber alle ibrisch gelasse. Mer habbe die aach bei de Bedienung regglamierd, abber maanste, aus de Kisch häd sisch aaner bligge lasse? Nix. Des Fraasche von de Bedienung had nur gesachd, sie hätte es weitergegeben... En Schnabbs habbe se uns uns dadefier servierd, damid mers Maul halde solle. Un widder warn mer bleed. Den hädde mer stehn lasse solle. Den häddese selber saufe solle. Man, man, man hab isch misch geärscherd. Der Lade kann mer jedenfalls fer immer gestohle bleibe. Kaa Baa setz isch da mer enei!!

Ich hab misch dann abber widder beruischt un wollt mer die Laun net weider verderbe lasse. Mer warn schlieslisch aach wesche de Leud gekomme, gell. Plözlisch erhebt die Fraa von dene mid de Goggebriegesischder die Stimm un … (Stopp: Hier muss die Zensur eingreifen. Das wird doch zu peinlich.)

Na ja, se hads immerhie geschaffd, dess die gud Laun hie war un de Abend nedmer lang gewordde is. (…Zensur…) Mer habbe noch e bissi gebabbeld un sinn dann aach haam. So ebbes braacht kaaner, werklisch. Des habbe jedenfalls aach alle gemaahnd, die wo noch dageblibbe warn.

Es duht mer ja werglisch leid, abber des musst isch aafach ema loswern.

So, jetzt is mers besser. Tschö aach.

KFa

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Letzte Änderung an dieser Seite: 17. Jun 2019 14:11:55 Uhr (Kurt Faur)